Evangelisches Bildungswerk

Das Evangelische Bildungswerk im Landkreis Esslingen hat die Aufgabe, die evangelische Bildungsarbeit mit Erwachsenen in den Kirchenbezirken anzuregen, zu fördern und zu koordinieren. Es wird getragen von den Evangelischen Kirchenbezirken Bernhausen, Esslingen, Kirchheim und Nürtingen.
Das Bildungswerk ist Mitglied in der Landesarbeitsgemeinschaft Evang. Bildungswerke in Württemberg (LageB) und in der Evang. Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Württemberg (EAEW).
Erwachsenenbildung ist eine verpflichtende Aufgabe der Kirche im Rahmen ihres Verkündigungsauftrags - besonders im Blick auf die Wahrnehmung ihrer gesellschaftlichen Verantwortung. Das Bildungswerk ergänzt den Bildungsauftrag der Gemeinden und führt ihn weiter.
Auf der Homepage des Bildungswerks finden Sie viele Vorträge, Kurse, Seminare, usw., die von evangelischen Kirchengemeinden und anderen Veranstaltern angeboten werden.
Kontakt und weitere Informationen
Evangelisches Bildungswerk Esslingen
Stuttgarter Straße 91
72622 Nürtingen
Telefon 07022 - 90 57 60
Fax 07022 - 90 57 62
E-mail:
Bildungswerk.Esslingen@dont-want-spam.elk-wue.de
Web:
www.ev-bildungswerk-esslingen.de
Öffnungszeiten: Mo.-Fr. vormittags 8.00-12.00 Uhr
Geschäftsführer Dieter Kunzmann
Sekretärin Marion Wiesler
Kirchliche Bildungsarbeit bietet Orte der Wertebildung
Dekan Bernd Weißenborn, Dekan Michael Waldmann, Staatssekretär Georg Wacker, Eckhard Rahlenbeck und Dieter Kunzmann vor der Plastik von Alfred Hrdlicka in der Esslinger Franziskanerkirche (v. links) - Foto: U. Rapp-Hirrlinger
Staatssekretär Georg Wacker besuchte das Evangelische Bildungswerk im Landkreis Esslingen.
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Vier Wochen Armut auf Probe
Mitmachaktion der Evangelischen Kirche in der Fastenzeit soll ein Zeichen der Solidarität mit Hartz-IV-Empfängern setzen
Wie ernährt man sich von 4,50 Euro pro Tag? Diese Summe steht einem alleinstehenden Menschen, der von Hartz IV leben muss, pro Tag für Speisen und Getränke zu. In der Fastenzeit laden der Kreisdiakonieverband Esslingen und das Evangelische Bildungswerk im Landkreis dazu ein, zu erfahren, wie schwierig es ist, damit über die Runden zu kommen.
Unter dem Motto „7 Wochen ohne – 4 Wochen mit Hartz IV“ findet vom 20. März bis zum 17. April eine Mitmach-Aktion statt, die Verständnis wecken will für die schwierige Lebenssituation von Menschen mit geringem Einkommen. Einzelpersonen, Familien oder Gruppen sind zu dem Versuch aufgerufen, sich von der Summe zu ernähren, die auch Hartz-IV-Empfängern zur Verfügung steht. „Wir wollen damit einen Sichtwechsel anregen und ganz konkret zeigen, wie die Realität von Menschen mit wenig Geld aussieht“, erklärt Eberhard Haußmann, Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbands Esslingen. „Wenn Menschen dadurch berührt werden, wird dies auch Vorurteilen Einhalt gebieten“, ist er überzeugt.
„Menschen, die in unserer Gesellschaft am Rande stehen, fühlen wir uns aus unserem Glauben heraus besonders verpflichtet“, betont Dekan Bernd Weißenborn, Vorsitzender des Kreisdiakonieverbands Esslingen. Die Kirche müsse sich einmischen und für eine solidarische Gesellschaft eintreten. Dazu soll auch diese Aktion beitragen.
Bewusst beschränke man sich auf den Bereich der Ernährung, sagt Ingrid Riedl, Leiterin der Diakonischen Bezirksstelle Kirchheim und für das Projekt verantwort-lich. „Alles andere wäre zu kompliziert.“ Ein zweiter Geldbeutel, aus dem die Le-bensmitteleinkäufe bezahlt werden und ein Haushaltsbuch sollen helfen, den Überblick zu bewahren. Außerdem bekommen die Teilnehmer im Vorfeld grundsätzliche Informationen zu Hartz IV und praktische Hinweise zur Aktion.
Zwei Begleitabende in jedem der vier Evangelischen Kirchenbezirke im Landkreis dienen zwischendurch dem Erfahrungsaustausch der Teilnehmer. „Wir möchten, dass sie eintauchen in die Realität der Menschen, die von wenig Geld leben müssen und sehen, welche Leistung dahintersteckt, um das hinzukriegen“, sagt Ingrid Riedl. Deshalb sollen die Teilnehmer ein Haushaltsbuch führen, am Ende einen Fragebogen ausfüllen und wenn möglich in einem Tagebuch ihre Erfahrungen niederschreiben. Dies alles wird dann in die Auswertung einfließen.
Von Betroffenen hat die Projektleiterin überwiegend positive Rückmeldungen bekommen. Das hat auch eine gewichtige Sorge der Initiatoren zerstreut: Man wolle Hartz-IV-Empfänger nicht entblößen, so Haußmann. „Die Aktion darf nicht als Spiel aufgefasst werden“, ergänzt Dieter Kunzmann, Geschäftsführer des Evangelischen Bildungswerks.
Die Mitmach-Aktion wird von einer Reihe von Informations- und Vortragsveranstaltungen begleitet. Sie beleuchten verschiedene Aspekte eines Lebens in Armut. „Diese Menschen stehen wegen ihrer finanziellen Situation meist unter großen Spannungen“, weiß Eberhard Haußmann. Das zieht oft auch die Partnerschaft und das Familienleben in Mitleidenschaft. Benachteiligt sind vor allem auch Kinder und Jugendliche, wenn kein Geld für Nachhilfe, schulische Veranstaltungen wie Ausflüge und Klassenfahrten oder Freizeitaktivitäten da ist.
Gut 11 000 Haushalte leben im Landkreis Esslingen von Hartz IV, insgesamt gibt es 11 500 Arbeitslose und gut 3600 Menschen in Maßnahmen wie 1,50-Euro-Jobs, die nicht in der Arbeitslosenstatistik auftauchen. Die nun beschlossenen Erhöhungen der Hartz-IV-Sätze hält Haußmann für „nicht einmal einen halben Tropfen auf den heißen Stein“. Nicht geredet werde auch darüber, dass Kindergeld und Elterngeld auf die Sätze angerechnet würden und keine Rentenbeiträge mehr bezahlt würden. Auch auf diese Missstände will die Evangelische Kirche mit ihrer Aktion hinweisen.
Anmeldungen zur Mitmach-Aktion bis 17. März bei den Diakonischen Bezirksstellen der Kirchenbezirke Esslingen, Nürtingen, Kirchheim oder Bernhausen oder beim Evangelischen Bildungswerk unter Telefon (0 70 22) 90 57 60.