Geistliches Wort zu Invokavit am 5. März 2017

Das Eis bricht

Das war ein Winter dieses Jahr! Die Temperaturen waren frostig wie seit Jahren nicht mehr. Stellenweise war sogar der Neckar zugefroren. Die Kinder haben den Schlitten rausgeholt und haben sich gefreut, dass hier und da der Schnee für ein paar Tage liegen geblieben ist. Für andere waren die glatten Straßen und die rutschigen Plätze ein Problem. Und viele wurden von Erkältung und Grippe lahmgelegt.
Jetzt aber kommt unverkennbar der Frühling. Die ersten Blumen zeigen es leuchtend in den Gärten an. Die Vögel singen’s von den Bäumen. Die Aussicht auf Sonnenschein und Wärme gibt neuen Auftrieb.
Wir gehen auf Ostern zu, auf das Fest, an dem die Christen die Auferstehung aus der Kälte des Todes feiern. Vor dem Fest der Auferstehung erinnert sich die Christenheit an die Last von Leiden und Schmerzen, von eigener und fremder Schuld, von Überforderung und Nicht-mehr-Können. All das kann schwer belasten. Doch der christliche Glaube besagt, dass wir mit dieser Last nicht alleingelassen sind.
Wir stehen jetzt in den sieben Wochen vor Ostern, in denen Christen sich vergegenwärtigen, dass Jesus die Lasten, die Menschen tragen müssen, mit ihnen geteilt hat und sie auf sich genommen hat. Was uns bedrückt, hat Gottes Sohn auf sich genommen und hat es überwunden.
Manches mag zufrieren im Leben. Manches mag uns lahmlegen. In alledem lässt Gott uns aber nicht allein. Wir gehen auf Ostern zu, wo wir die Entlastung feiern und das neue Leben. Der Frost muss weichen. Das Eis bricht.
Ich wünsche Ihnen jetzt im Frühling die Erfahrung, dass wir neue Kraft bekommen und dass das Leben neu wird.

Pfarrer Ulrich Kopp, Neckartenzlingen