Ich bin einer von Vielen. Und zwar einer von vielen, die das ewige Leben haben. Natürlich werde ich eines Tages sterben, davon gehe ich aus. Ich fürchte auch den Moment oder den möglicherweise längeren Vorgang samt den denkbaren Vorstadien. Das Sterben überhaupt und ein längeres sowieso – das macht mich unsicher. Aber ich habe auch noch eine andere Perspektive: Ich hoffe, ich habe Vorfreude, ich bin gespannt und erwarte Großartiges. Was ich dazu sagen kann, will ich in Worte fassen: Ich glaube an Jesus von Nazareth, dass er starb und auferstand. Ich glaube, dass er in seinen Tod die ganze menschliche Abgründigkeit mit hineingenommen hat. Diese Abgründe sehe ich heute darin, dass viele Menschen gleichgültig sind  gegenüber ihren Mitmenschen und der Not vor ihren Augen. Oder dass viele Menschen sehr hektisch und beeindruckend betriebsam aber doch ziellos eins ums andere anhäufen. Oder dass viele Menschen in Lethargie oder Anderem gefangen sind, ohne Perspektive und ohne Hoffnung. Ganz zu schweigen von der subtilen und offensichtlichen Gewalt, die wir tagtäglich nachlesen können. Und diese Abgründe, so glaube ich, haben damit zu tun, dass das menschliche Herz leicht in Leidenschaft für dies und das gerät und dann dies und das mit Gott verwechselt. Doch Gott ist in seinem Sohn am Kreuz. Dort sucht er uns Menschen, am Abgrund des Todes, den er zu seinem macht. Und genauso sucht er dort unser menschliches Herz und unsere menschliche Leidenschaft. Ich staune über Gott, der sich so für seine Menschen einsetzt! Und dort, an diesem Kreuz, beginnt eine neue Welt, eine die ewig ist – wie auch immer wir uns „Ewigkeit“ vorstellen mögen. Es wird jedenfalls eine Welt frei von Leid und Tränen sein, eine Welt, wo ich erleichtert und froh meine Tage zubringen werde. Zusammen mit vielen anderen und offen für viele. So lese ich den Wochenspruch zum heutigen Palmsonntag: „Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.“ (Joh 3,14f) Seien Sie gesegnet! 

Pfarrer Christoph Schubert, Neuffen