Liebe - einfach göttlich!

Klingt das nicht toll? Ganz verschiedene Gedanken und Empfindungen lösen diese Worte bei mir aus. Da ist das Flattern im Bauch beim Zusammensein mit einem geliebten Menschen, insbesondere am Anfang der Verliebtheit. Oder die Vertrautheit und Geborgenheit nach vielen Jahren des Zusammenlebens in einer verlässlichen Partnerschaft. Freude, Glück, Vertrauen, aber auch Verantwortung, Fürsorge. Es ist nicht egal wie es einem geliebten Menschen geht.

Liebe – einfach göttlich! Das ist die Überschrift über dem diesjährigen ökumenischen Bibelsonntag. Verheißungsvoll! Grundlage der Bibelwoche ist das Hohelied – eine Sammlung von Liebesliedern. In den Kanon der Bibel wurden sie aus zwei Gründen aufgenommen: Es ist ein Bekenntnis Israels dazu, dass die Liebe zwischen Menschen eine der größten Gaben Gottes ist. Und es ist ein Bekenntnis Israels zu Gott als dem Liebhaber seines Volkes. Mit Jesus und dem Neuen Testament sind alle Menschen in diese Liebe einbezogen worden.

In der menschlichen Liebe spiegelt sich die göttliche. Beide Dimensionen schwingen ineinander und bringen zum Ausdruck, dass überall da, wo wirkliche Liebe wirkt, auch Gott da ist. Liebe beflügelt, sie setzt ungeahnte Kräfte frei und macht Dinge möglich, die wir uns sonst nicht vorstellen könnten. Wir haben einen anderen Blick auf die Menschen, die wir lieben. Wir sehen zuerst, was uns am anderen anzieht und nicht, was uns stört. Wir bemühen uns um den anderen und wollen, dass es ihm oder ihr gut geht. Genauso wie Gott will, dass es uns gut geht, er sich um uns bemüht und bei ihm nun wirklich nichts unmöglich ist.

In dem so entstehenden Miteinander wächst Vertrauen, Gemeinsamkeiten werden gestärkt, rücken in den Mittelpunkt und Leben und Zusammenleben werden gestaltet. In der Zweierbeziehung wie in der ganzen Gesellschaft.
Vielleicht gehört gerade heute auch das ökumenische Miteinander zu den Folgen und dem Ausdruck der Liebe Gottes zu uns Menschen. Im Vertrauen auf ihn konnten alte Differenzen zurück gestellt werden und wir können über Konfessionsgrenzen hinweg Bibeltexte miteinander betrachten, gemeinsam feiern und versuchen Gottes Liebe auch untereinander spürbar werden zu lassen. Denn überall wo Menschen miteinander unterwegs sind, miteinander im Gespräch sind, aneinander Anteil nehmen, hat das etwas mit Liebe zu tun – der Liebe Gottes zu uns und der Liebe zueinander. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen anregenden Bibelsonntag mit liebevollen Begegnungen!

Christine Flick
Evangelisch-methodistische Kirche