Dreikönigstag - Epiphanie

Unter diesen beiden Namen ist der 6. Januar als (beliebter arbeitsfreier) Feiertag bekannt. Epiphanie übersetzt ‚Erscheinung‘ soll bedeuten, dass Gott sich zeigt und sich von den Menschen erkennen oder finden lässt. Der Theologe Karl Rahner beschreibt, dass wir „uns einlassen sollen auf die abenteuerliche Reise des Herzens zu Gott… und vergessen sollen, was hinter uns liegt. Es sind immer noch alle Möglichkeiten des Lebens offen, weil wir Gott überall finden können, nicht verzagen müssen, weil immer ein Stern leuchtet.“
 Wenn man Kinder fragt, was zu einer Krippe dazugehört, kommt nicht nur die Antwort „Maria, Josef und das Baby“, sondern auch „die drei Könige“. ‚Dreikönig‘ ist der Ausdruck für die menschliche Seite. Die später als drei Könige bekannte Weisen aus dem Orient folgen auf langen, weiten Wegen einem Stern und finden in einem neugeborenen Kind Gott. Im Matthäusevangelium wird erzählt, dass sie Gold, Myrrhe und Weihrauch als Geschenke mitbrachten. Das wertvolle Gold symbolisiert nicht Geld und Reichtum, sondern  das kostbarste Gut, die Liebe unter den Menschen. Myrrhe als Heilkraut steht für den Wunsch nach Gesundheit; der Weihrauch drückt die Sehnsucht der Menschen nach einem heilen guten Leben aus. Wenn wir Geschenke machen, zeigen wir unsere Liebe zum Anderen und wünschen dem Beschenkten Gesundheit und Glück.
In der christlichen Überlieferung wurden die Könige - auch Caspar, Melchior und Balthasar genannt- zu Symbolen der Weltvölker; die ganze Welt sucht den menschgewordenen Gott und in Jesus zeigt sich Gott allen Menschen. Bischof Fürst ermutigte in seiner Weihnachtspredigt: „Wo die Kraft, die von diesem Kind ausgeht, wirksam wird, da richtet sich kein Mensch gegen den anderen.“
In diesen Tagen ziehen überall die Sternsingerkinder als Könige von Haus zu Haus und bringen den Segen 20+C*M*B+18. Christus Masionem Benedicat – Christus segne dieses Haus!  Möge das Jahr 2018 für die Menschen, die dort wohnen, ein gutes Jahr werden. Nicht nur die Wohnung, das Haus, der Ort an dem wir leben, wird gesegnet, sondern auch unsere Zeit: Arbeitszeit, Freizeit, Familienzeit, Zeit für mich und Zeit für die andern. Betrachten wir all das als ein Geschenk und begegnen diesem mit Respekt und Ehrfurcht, dann kann sich der Segen überall hin ausbreiten. Die Kinder, die an den Türen klingeln, spüren das. Wenn die Kinder die Kronen aufsetzen, werden sie etwas Besonderes. Sie fühlen sich als  Könige sozial, geachtet und respektiert, weil sie sich für andere Kinder weltweit einsetzen und Spenden sammeln. Nicht  nur den Kindern wird es besser gehen, sondern auch den Menschen, auf die sie treffen in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen:  Arme, Einsame, Reiche, Kranke, Junge, Alte….Als Könige können sie sehr viel geben, von dem was haben, ihre freie Zeit, ihre Fröhlichkeit, ihren Gesang und ihr Miteinander in einer Gruppe, ihre Freude über die Sammelergebnisse für Kinder, denen es materiell viel schlechter geht. Sie spüren, dass es gut werden kann. Vielleicht ist das der Glaube und der Reichtum, den sie herschenken können als  Könige aus einem reichen Land.
Drei Könige- ein Segen für alle!

Rita Biste-Wessel
Katholische Seelsorge bei Menschen mit Hörschädigung Region Stuttgart