Konfirmationen

Zwischen Ostern und Pfingsten feiern die evangelischen Kirchengemeinden ihre Konfirmationsgottesdienste. Sie sind der Abschluss eines besonderen Jahres für viele Jugendliche. Die meisten erlebten ihren Start auf einem großen Camp. Die ausgelassene Stimmung dort und die intensive Zeit in der Gruppe bleibt in guter Erinnerung. Was für ein Schatz! Auch inhaltlich ging es auf dem Camp um eine Schatzgeschichte. Jesus erzählte von einem Menschen, der in einem Acker einen Schatz fand... „und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker“ (Matthäus 13). So ist das Himmelreich, sagte Jesus. So groß ist die Freude, wenn es jemand findet.
Nur, was soll das sein, das Himmelreich? Hier die Überlegungen von Jugendlichen: „Es ist wie eine zweite Welt. Man ist bei Gott und bei Jesus. Es ist wie eine Oase. Dort gibt es keinen Krieg und keine Sorgen. Dort ist alles gut. Wenn dieses Himmelreich schon jetzt gefunden werden kann, dann hat es etwas mit Glauben zu tun. Und mit dem Wissen, dass jemand für einen da ist.“
Ja, so ist das wohl mit dem Himmelreich. Da gibt es Teile, die wir erhoffen und die noch nicht Wirklichkeit geworden sind. Aber es gibt auch Anteile, die wir schon jetzt aus dem Acker ziehen können und die im eigenen Leben aufblitzen. Himmel-reich ist, wer entdeckt hat: Ich bin in Gottes Augen wertvoll. Himmel-reich ist, wer glauben kann, ich muss diesen Wert nicht erst unter Beweis stellen, Gottes Liebe kommt allen meinen Taten zuvor.
Bei der Konfirmation wird den Jugendlichen im Grunde genau das zugesprochen: Du bist in Gottes Augen ein Schatz! Sein Schatz.
Aber wie geht es dann weiter? Was macht der Mensch mit seinem wertvollen Fund? Eine Konfirmandin hat eine Fortsetzungsgeschichte geschrieben. Da wird dieser anfänglich so glückliche Mensch immer unglücklicher, weil er seinen Schatz für sich behält, weil er Neider fürchtet und weil er so immer einsamer wird. Schließlich entscheidet er sich, seinen Reichtum zu teilen. Er hat gemerkt: Freundschaft ist wertvoller als viel Besitz.
So ist das auch mit dem Himmelreich. Man kann es nicht in einer Ecke aufbewahren und verstecken. Es glänzt nur, wenn es geteilt und mitgeteilt wird. Himmel-reich ist also auch, wer seine von Gott geschenkten Gaben und Fähigkeiten und seinen Reichtum mit anderen teilt. Auch seinen Glauben.
Tragen wir also gemeinsam diesen Schatz in unserem Herzen, auf unseren Zungen und mit unseren Händen in diese Welt.

Pfarrerin Christina Hirt, Grötzingen