Surinam lädt ein: "Gottes Schöpfung ist sehr gut!"

„Ich heiße Alima. Ich gehöre dem Volk der Arawak an, das schon immer in Surinam gelebt hat. Wir sind stolz darauf, im Einklang mit der Natur zu leben“.

Das ist eine von sieben Frauen aus Surinam, die heute, am 2. März, rund um die Welt herum zu Wort kommen werden.

„Ich heiße Muyinga. Meine Vorfahren waren versklavte Afrikanerinnen und Afrikaner, die ins Landesinnere flohen. Wir leben im fast noch unberührten Regenwald.“

Surinam – man muss schon ein wenig auf der Landkarte suchen: ein kleines Land an der Küste, mit viel Regenwald im Landesinneren – in Südamerika. Ein Land voller Reichtum: Kulturen und Religionen aus aller Welt haben ihre Schätze mitgebracht, und teilen sie für ein gemeinsames Leben. Die Menschen sind stolz auf ihre vielfältigen Wurzeln. Und nicht nur das:

„Die Natur hält vieles für uns bereit: Gold, Bauxit, die Andiroba-Bäume und auch die Meeresschildkröten.“

Doch Gold kann man nicht essen, wie die Surinamer wissen. Der Reichtum führt zur Ausbeutung der menschlichen Arbeitskräfte und der Natur. Vor allem die großen Mengen an Quecksilber, die zum Abbau des Goldes gebraucht werden, vergiften Flüsse, Pflanzen, Tiere und Menschen.

„Gottes Schöpfung ist sehr gut!“ An dieser Grundaussage der biblischen Schöpfungserzählung halten die surinamesischen Frauen dennoch fest. Sie sind der Überzeugung, dass Staunen und Dankbarkeit ein guter Leitfaden für den Umgang mit der Natur sind. Und dass grenzenlose Ausbeutung damit nicht vereinbar ist. Das Leben im Regenwald lehrt einen, dass alles mit allem zusammenhängt. Das gilt auch für die Welt: obwohl wir in Deutschland weit weg leben, hat unser Umgang mit Rohstoffen Auswirkungen auf die Gesundheit der Kinder in Surinam.

So kommt uns das Land am Weltgebetstag ganz nahe. Nicht nur mit seinen ernsten Themen, sondern vor allem mit der Lebensfreude der Menschen, mit ihren Liedern und Geschichten, und nicht zuletzt mit leckeren Rezepten.

„Informiert beten – betend handeln“ ist das Motto des Weltgebetstages von Anfang an gewesen. Jedes Jahr sind es Frauen aus einem anderen Land, die sich mit ihren Freuden und Sorgen zu erkennen geben und eine Liturgie formulieren, die dann auf der ganzen Welt gefeiert wird.

Eine Schlussbemerkung noch:
Der Weltgebetstag wird zwar organisiert und vorbereitet von Frauen, ist aber für Frauen und Männer. Zur Feier sind alle eingeladen!

Pfarrerin Claudia Kook, Nürtingen Stephanuskirche (Roßdorf)