Zum Weltgebetstag aus Chile am Freitag, den 4. März 2011

Wie viele Brote habt ihr?

 

Der Weltgebetstag 2011 kommt aus „dem letzten Winkel der Welt“, wie die Chileninnen und Chilenen selbst ihr Land nennen. Er geht mit der Titelfrage „Wie viele Brote habt ihr?“ sogleich „zur Sache“: Ihr Christinnen und Christen weltweit – was habt ihr zu bieten? Was tut ihr gegen den Hunger in der Welt? Was und wo sind eure Gaben / eure Fähigkeiten, die ihr teilen und einsetzen könnt dort, wo sie gebraucht werden? So direkt ist uns schon lange kein Weltgebetstag mehr „zu Leibe gerückt“. In der Gottesdienstordnung ist vorgesehen, dass die Gaben und Fähigkeiten aller Teilnehmenden im Gottesdienst aufgeschrieben, in Körben gesammelt und auszugsweise am Altar verlesen werden. Wie viele Brote habt ihr? fragte Jesus seine Jünger, die ratlos vor den 5.000 Hungrigen standen und ermutigte sie zum gesegneten Teilen der geringen Brotvorräte. Und alle wurden satt. Diese Mutmachgeschichte aus dem Markus-Evangelium stellen die Weltgebetstagsfrauen in den Mittelpunkt ihres Gottesdienstes.  Auch wenn bereits 1936 schon einmal eine Gottesdienstordnung aus Chile kam, ist die heutige Weltgebetstagsbewegung in Chile  jung. Denn erst im Jahr 2000 haben Frauen, die in verschiedenen Fraueninitiativen engagiert waren, eine Gruppe gebildet, aus der heraus das WGT-Komitee erwachsen ist.  Ein Zeichen für ökumenische Tatkraft, die für das überwiegend römisch-katholische Chile (gut 70%) etwas Neues ist. Auch unter den ca. 15% protestantischen Christinnen und Christen war Ökumene bisher kaum ein Thema. Ökumenisches Miteinander ist schon geografisch gesehen nicht leicht: Die Schriftstellerin Isabel Allende nennt ihre Heimat Chile ein „spannelanges Land... wo alle Wege enden an dieser Lanze im Süden des Südens von Amerika, viertausenddreihundert Kilometer Berge, Täler, Seen und Meer.“ Dieser schmale, klimatisch sehr gegensätzliche Küstenstreifen wird von rund 16 Mio. Menschen bewohnt, die sich scharf in Reich und Arm und die verschiedenen Bevölkerungsgruppen aufspalten. Im Gefolge des Spaniers Magellan, der 1520 das Land hinter den Anden „entdeckte“, wurde gegen die indigene Bevölkerung um Land und Lebensrechte gekämpft. Und bis heute kämpfen die indigenen Völker Chiles, die  ca. 10% der Einwohner ausmachen,  um ihre Rechte: die Aymaras ganz im Norden und vor allem die Mapuche im Süden.
In der Weltgebetstagsliturgie werden wir nicht nur in der Landessprache Spanisch begrüßt, sondern auch mit Worten aus den indigenen Sprachen. Ein Hoffnungszeichen, dass unter Christinnen und Christen die ethnischen Grenzen überwunden werden sollen. Vom 19. Jhd. an  wurden Deutsche - überwiegend evangelisch-lutherischer Konfession – auf fruchtbarem Land der Mapuche angesiedelt. Vergessen ist das nicht. Auch andere dunkle Zeiten und vor allem die schlimmen Jahre der Militärdiktatur unter Pinochet von 1973 bis 1990 sind unvergessen und kommen auch in der Gottesdienstordnung zur Sprache. Als die Liturgie schon fertig geschrieben war,  erschütterten das Land das Erdbeben und die Flut vom Februar 2010. Aber das Thema der Liturgie: Wie viele Brote habt ihr? wurde für die Verfasserinnen zur aktuellen Überlebensfrage und zur dringenden Bitte nach Solidarität an alle Christinnen und Christen weltweit. 

 

Renate Kirsch

 

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Termine für den Weltgebetstag der Frauen am 4. März 2011

Ort Zeit Kirche
Aich 19:30 Ev. Gemeindehaus Zehntscheuer
Altenriet 19:30 Gemeindehaus Schlaitdorf
Altdorf 19:30 Ev. Kirche Altdorf
Beuren 19:00 Ev. Gemeindehaus
Frickenhausen 19:30 Ev. Christuskirche Tischardt
Großbettlingen 19:00 Ev. Andreaskirche
Grötzingen 19:30 Kath. Gemeindehaus
Kohlberg 19:30 Gemeindehaus Kappishäusern
Linsenhofen 19:30 Ev. Christuskirche Tischardt
Neckarhausen 19:30 Edith-Stein-Haus
Neckartailfingen 19:30 Kath. Marienkirche
Neckartenzlingen 19:30 Kath. Gemeindehaus
Neuenhaus 19:30 Aich Ev. Gemeindehaus Zehntscheuer
Neuffen 19:00 Kath. Kirche St. Michael Neuffen
Nürtingen-Auferstehungskirche 17:00 Auferstehungskirche
Nürtingen-Lutherkirche 19:00 Ev. Stadtkirche St. Laurentius
Nürtingen-Stadtkirche 19:00 Ev. Stadtkirche St. Laurentius
Nürtingen-Stephanuskirche 19:00 Stephanushaus
Nürtingen-Versöhnungskirche Einladung in andere Gemeinde  
Oberboihingen 19:00 Kath. Dreifaltigkeits-Kirche
Oberensingen-Hardt 19:30 Ev. Gemeindehaus Oberensingen, Stuttgarter Str. 91
Raidwangen 19:30 EmK Raidwangen
Reudern 19:30 Ev. Friedenskirche
Schlaitdorf 19:30 Schlaitdorf Gemeindehaus
Tischardt 19:30 Ev. Christuskirche Tischardt
Unterensingen 19:00 Ev. Michaelskirche
Wendlingen 19:30 Ev. Eusebiuskirche
Wolfschlugen 20:00 Ev. Kirche
Zizishausen 19:30 Kath. St. Niklaus, Lerchenstraße