Taufsynode 2009

"Die Taufe lieb machen"

Taufgeschirr

Evangelische Bezirkssynode tagte am 24. April 2009 in Neckarhausen

 

Die Evangelische Bezirkssynode Nürtingen beschäftigte sich mit der Taufe „als dem entscheidenden Zugang zur christlichen Kirche und der prägenden Signatur des christlichen Lebens“.

 

Mit Oberkirchenrat Professor Dr. Ulrich Heckel, dem neuen Leiter des Referates „Theologie, Gemeinde und weltweite Kirche“ im Stuttgarter Oberkirchenrat, hatte sich hoher Besuch angesagt, ist er doch so etwas wie der „Cheftheologe“ in der Kirchenleitung.

Er betonte den „Geschenkcharakter“ der Taufe: Ihrem theologische Gehalt nach sei Taufe eben kein aktiver Schritt des Menschen, sondern die aktive Hinwendung Gottes an den Menschen, seine Einladung zu einem Leben im Vertrauen auf Gott. Entschieden stellte sich Heckel dabei auf die Seite des inzwischen erreichten ökumenischen Konsenses und betonte die Einmaligkeit der Taufe, im Gegenüber zu dem „Wiederholungssakrament“ des Abendmahls. Auch dürften andere, in manchen Gemeinden praktizierte Formen wie zum Beispiel die Kindersegnung nicht das zentrale Sakrament der Taufe in den Hintergrund schieben, vertrat Heckel die offizielle Linie der Württembergischen Landeskirche.

Es gehe vielmehr darum, „den Menschen die Taufe lieb zu machen“, betonte der Oberkirchenrat in reformatorischer Tradition. Er rief die Gemeinden dazu auf, dafür auch neue phantasievolle Formen zu entwickeln und zu praktizieren und warnte vor einer Überbetonung des „Event“-Charakters der Taufhandlung. Schuldekanin Renate Schullehner und der Linsenhofer Pfarrer Hans-Peter Weiß-Trautwein warfen in einem Anspiel die Frage nach der Wiedertaufe bereits getaufter Christen auf – zumal wenn es sich um in ein öffentliches Amt (zum Beispiel als Kirchengemeinderat) gewählte Gemeindeglieder handelt. Ob man in eine Wiedertaufe einfach so „reinstolpern“ könne, lautete denn auch eine der Rückfragen aus den Arbeitsgruppen an das die Diskussion abschließende Podium, zu dem sich zusätzlich noch Stadtkirchenpfarrer Markus Lautenschlager und die Oberensinger Landessynodale Pfarrerin Elke Dangelmaier-Vinçon gesellten.

 

Vortrag Prof. Heckel

Taufe Jesu

Großes Interesse galt den Formen der Tauferinnerung: Welche Tauferinnerungsrituale sind in Ordnung? Wie kann man Menschen „die Taufe lieb machen“? Wie reagiert man richtig auf dieses sich abzeichnende Interesse an der „Erlebnisqualität“ der Taufe? Welche Vergewisserungsriten sprechen Menschen heute an? Wie viel Phantasievolles dazu in einzelnen Gemeinden bereits versucht und entwickelt worden ist, zeigte eine kleine Ausstellung.

Ganz von selber verstand es sich, dass die abschließende Abendandacht in der Neckarhausener Kirche dann als „Tauferinnerungsfeier“ vorbereitet worden war. Bezirkskantorin Angelika Rau-ulo führte musikalisch durch die Feier, in der nicht zuletzt das in der Stille der Andacht deutlich hörbare Eingießen des Wassers in die Taufschale darauf ausgerichtet war, den Bezirkssynodalinnen und -synodalen „ihre Taufe lieb zu machen“.