Grundsätze Diakonatsplan 2018

I. Ziele des Diakonatsplans

Der Diakonat soll gestärkt werden. Diakoninnen und Diakone sollen als eigenständiger Beruf gegenüber Pfarrerinnen und Pfarrern erkennbar werden. Personalentwicklung im Bereich des Diakonats soll innerhalb des Kirchenbezirks ermöglicht werden. Mögliche Veränderungen zu neuen und anderen Schwerpunktaufgaben innerhalb des Kirchenbezirks machen diesen Plan auch für die Diakoninnen und Diakone attraktiv.

  1. Diakonenstellen im Kirchenbezirk sollen sich möglichst alle unter dem Dach des Kirchenbezirks befinden.
  2. Es gibt im Kirchenbezirk grundsätzlich zwei Bereiche diakonischer Arbeit.

    • Jugendarbeit: Alle Stellen für Jugendarbeit des Kirchenbezirks sind im Bezirksjugendwerk, dem Kompetenzzentrum für Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen des Kirchenbezirks, angesiedelt.
    • Diakonische Aufgaben, die der Kommunikation des Evangeliums in den Herausforderungen von Kirche und Welt dienen.

  3. Religionsunterricht für Diakone/innen soll möglich sein, wenn er inhaltlich zum Auftrag passt und die objektiven und subjektiven Voraussetzungen dafür in der Person gegeben sind.

II. Finanzierung

  1. Die Gesamtfinanzierung und der kirchensteuerfinanzierte Gesamtstellenumfang werden nach der Bezirkssatzung und dem Haushaltsplan des Kirchenbezirks festgelegt.
  2. Die Aufteilung zwischen den beiden Aufgabebereichen beträgt in der Regel 4:3 (Jugendarbeit : Diakonische Aufgaben) in Bezug auf die Kirchensteuerfinanzierung durch den Kirchenbezirk.
  3. Zusätzliche Finanzmittel durch Kirchengemeinden, Distrikte, Fördervereine, Einrichtungen, Werke und Kommunen können die Zahl der Diakonenstellen erhöhen. Auf die Errichtung von zufinanzierten Stellen im Kirchenbezirk gibt es keinen Rechtsanspruch. Diese müssen personell besetzbar und finanziell für den Kirchenbezirk verantwortbar sein.

III. Aufträge

  1. Die diakonischen Aufgaben werden vom Kirchenbezirksausschuss (KBA) auf Vorschlag der Kirchengemeinden, Distrikte, Werke, Einrichtungen und des Bezirks festgelegt.
  2. Bei den Diakonenstellen im Bezirksjugendwerk sind ¼ der Dienstaufträge mit einer Anbindung an Kirchengemeinden und ¼ der Dienstaufträge für Schulkooperation vom BAK auszuweisen. Die Distrikte sollen gleichmäßig berücksichtigt werden. Zufinanzierte Stellenanteile bleiben für die Aufteilung unberücksichtigt.
  3. Die Diakoninnen und Diakone sollen möglichst alle eine Ortsanbindung haben.
  4. Ortsanbindung und Zufinanzierung im Bereich Jugendarbeit

    • Im Bereich Jugendarbeit geschieht die Ortsanbindung in der Regel durch das Feld Stellenanteil für Kirchengemeinden oder das Feld Schulkooperation.
    •  Bei Stellenanteilen ohne Zufinanzierung entscheidet der BAK nach einem festgelegten Verfahren, das die Bezirkssynode bechließt, informiert den KBA und weist sie in den Dienstaufträgen aus. Die Dauer der Ortsanbindung wird individuell festgelegt.
    • Bei Stellenanteilen mit Zufinanzierung entscheidet der BAK, ob dieser Stellenanteil dem Gesamtkonzept des Bezirksjugendwerks entspricht. Dem KBA wird diese Entscheidung vorgelegt, der entscheidet, ob die Stelle personell besetzbar und finanziell verantwortbar ist. Erst dann kann sie besetzt werden. Die Dauer der Ortsanbindung wird individuell festgelegt.

  5. Ortsanbindung und Zufinanzierung im Bereich diakonischer Aufgaben

    • Im Bereich der diakonischen Felder ist die Ortsanbindung durch den Träger und die Finanzierung der inhaltlichen Arbeit gegeben. Weiterhin kann die Ortsanbindung durch Zufinanzierungen von Stellenanteilen sowie durch Beschluss des KBA‘s über die Trägerschaft von diakonischen Feldern ermöglicht werden. Die Dauer der Ortsanbindung wird individuell festgelegt.
    • Über zufinanzierte Stellenanteile im Bereich der diakonischen Aufgaben entscheidet der KBA nach Prüfung der personellen Möglichkeiten und finanziellen Risiken.

  6. Im Rahmen dieser Konzeption werden jeder Diakonin und jedem Diakon je nach fachlichen Kompetenzen in der Regel zwei höchstens drei Aufträge übertragen

IV. Dienst- und Fachaufsicht

Der KBA übernimmt die Gesamtverantwortung für die Arbeit der Diakoninnen und Diakone und wird damit der Bezirksanstellung gerecht. Somit liegt die Dienstaufsicht beim KBA.

  1. Die Fachaufsicht liegt für den Bereich Jugendarbeit beim BAK oder einem leitenden Jugendreferenten. Im Bereich der diakonischen Aufgaben wird sie jeweils festgelegt.
  2. Besetzungsgremium im Bereich der diakonischen Aufgaben ist der KBA, der sich um zwei Personen aus dem jeweiligen Bereich ergänzt.
  3. Bei den Bezirksjugendreferenten macht der BAK erweitert um zwei Personen aus dem KBA einen Besetzungsvorschlag. Den Anstellungsbeschluss muss auch hier der KBA vornehmen.


Anlage zu den Grundsätzen ab 1.9.2018

Zu II,1.
Der Gesamtstellenumfang der kirchensteuerfinanzierten Stellen beträgt ab 1.9.2018 zunächst 700% und kann jährlich verändert werden.

Zu III,1.
Die bereits festgelegten diakonischen Aufgaben sind:
25% Vesperkirche
50% Ferienlager
50% Flüchtlingsarbeit
50% Generationenübergreifende Arbeit.

Zu III,2
Der Stellenumfang für die Ortsanbindung an die Kirchengemeinden im Bezirksjugendwerk beträgt 100%, der Anteil der Schulkooperation liegt ebenfalls bei 100%.

Zu III,5a
Träger der Vesperkirche und des Felas ist die Gesamtkirchengemeinde.

Zu IV,2b.
Die Fachaufsicht liegt für diese Aufgaben.
a)        beim Ferienlagerverein für das Ferienlager
b)        beim BAKS für die Generationenübergreifende Arbeit
c)         beim KDV für die Flüchtlingsarbeit
d)        bei der Gesamtkirchengemeinde Nürtingen für die Vesperkirche