Fortbildungstage im Stift Urach

Alle zwei Jahre kommen die Pfarramtssekretärinnen des Kirchenbezirks Nürtingen in den „Genuss“, an einer dreitägigen Fortbildung im Kreis der Kolleginnen teilzunehmen. In bewährter Weise hat unsere Dekanatssekretärin Gerda Armbruster wieder ein abwechslungsreiches, interessantes und für den Arbeitsalltag hilfreiches Programm für diese Tage im Oktober 2013, die im Stift Urach stattfanden, zusammengestellt.
Der Montag begann nach einem Brezelfrühstück mit einer Einführungsrunde durch Dozentin Ute Berger. Neben genügend Möglichkeit zum Austausch sollten auch die fachlichen Fragen nicht zu kurz kommen. Außer Dozentin Ute Berger werden Referentinnen und Referenten eingeladen, die über spezifische Themen referien, die hilfreiche Impulse für den Arbeitsalltag liefern sollen. So war am Montagvormittag Frau Barbara Rau-Preuß aus Nürtingen zu Gast, die für die Regelmäßigkeit eines PE-Gesprächs warb, das jedem Mitarbeiter und jeder Mitarbeiterin zusteht und auch empfehlenswert ist. Sie betonte die Chancen und Möglichkeiten, die sich sowohl für Mitarbeitende wie auch Vorgesetzte bieten.
Am Nachmittag hat sich Frau Dr. Dörte Bester, Pfarrerin in Aich, zu einer Bibelarbeit über die Psalmen einladen lassen, um uns die Bedeutung und auch die besondere Wirkung der Psalmen ans Herz zu legen. Interessant war, dass die im Evangelischen Gesangbuch abgedruckten Psalmen nicht vollständig mit den Psalmen der Bibel übereinstimmen, sondern meist eine abgeschwächte Sprache haben, wo die drastischen Bilder fehlen. Auch wurden hier die „Klagen“ herausgestrichen, was Frau Dr. Bester bedauert. Weil sie den Klagen einen wichtigen Platz im geistlichen Leben einräumt, hat sie sogar die Erklärung zum Gebet im Katechismus von Johannes Brenz ergänzt und lässt ihre KonfirmandInnen eine etwas abgeänderte Form auswendig lernen: „Das Gebet ist ein Reden des Herzens mit Gott, in Bitte und Fürbitte, Klage, Dank und Anbetung.“ Am Beispiel von Psalm 13 in der „Bester-Übersetzung“ zeigte sie auf, dass in jedem der Psalmen die Klage enthalten ist, die letztlich in das Lob und den Dank mündet. Wie in den einzelnen Psalmen zieht sich dieser Aufbau durch die 150 Psalmen. Abschließend legte uns Frau Dr. Bester mit einem persönlichen Beispiel ans Herz wie wertvoll es ist, Lieder und Psalmen oder sonstige geistliche Texte auswendig zu lernen. Sie können zur Hilfe werden, wenn kein Buch zur Hand ist.

Der Dienstagvormittag begann mit dem Besuch von Dekan Michael Waldmann, der den Weg von Nürtingen nach Bad Urach nicht gescheut hat, um den Pfarramtssekretärinnen die Entwicklung und die Hintergründe des „Pfarrplans 2018“ und die Veränderungen, die sich dadurch für einzelne Gemeinden ergeben, zu erläutern. Das Thema stieß auf großes Interesse bei den Sekretärinnen, denn meist ist es ja so, dass man zwar mit dem „Ergebnis und den Auswirkungen“ konfrontiert wird, selten aber erfahren kann, wie es dazu kam. Die Neustrukturierung durch veränderte Distriktsgrenzen, Gemeindefusionen und Kürzungen der Pfarrstellen bedeuten teilweise auch eine große Veränderung für die Pfarramtssekretärinnen. Nicht nur in dieser Thematik, auch für alle anderen Fragen hatte Herr Waldmann ein offenes Ohr. So konnten die Sekretärinnen hilfreiche Informationen und Impulse mitnehmen.
Am Nachmittag nahm Nadja Gräser, pädagogische Referentin der Evangelischen Erwachsenen- und Familienbildung in Württemberg (EAEW), die Gelegenheit wahr, die Sekretärinnen beim „sicheren Auftreten im Arbeitsalltag“ zu stärken. Möglichkeiten zum Steuern von Gesprächen durch entsprechende Frageformen, bewusstes „Nein-Sagen“ und Paraphrasieren wurden vorgestellt und eingeübt. Diese hilfreichen Tipps werden sicher im Arbeitsalltag brauchbar sein.

Am Mittwoch stand neben der Feedbackrunde dann noch ein entspannendes Singen mit Bezirkskantorin Angelika Rau-Čulo auf dem Programm, wo einmal mehr deutlich wurde, wie Musik verbindet und Freude bringt. Neben ihrer Begabung war die ungeheure Freude und Leidenschaft an der Musik spürbar, die Frau Rau-Čulo an diesem Vormittag erfolgreich weitervermittelte.

Neben dem fachlichen Programm blieb genügend Zeit zum Austausch und sogar zu einem Kinobesuch. Pfarramtssekretärinnen sind überwiegend Einzelkämpfer an ihrem Arbeitsplatz. Daher sind solche Fortbildungstage sehr wertvoll und unverzichtbar für den Austausch, das gegenseitige Ermutigen und Unterstützen.
Noch zu erwähnen ist natürlich die komfortable Unterbringung im Stift Urach, die selbst bei Fortbildungstagen einen großen Teil zur Erholung beiträgt. Kulinarisch werden die Besucher im Stift verwöhnt wie im Hotel nach allen Regeln der gesunden und modernen Küche.
So konnten wir an Leib und Seele gestärkt, neu motiviert in den Arbeitsalltag zurückkehren.

 

Elvira Jaiser

Bilder:Gerda Armbruster