Treffen in der Mitte des Kirchenbezirks

Ihr jährliches Treffen am 16. April führte die aktiven und ehemaligen Pfarramtssekretärinnen des Kirchenbezirks in diesem Jahr nach Nürtingen. Anders als in den sonstigen Gemeinden, wohin die Kolleginnen in den vergangenen Jahren eingeladen haben, dürfte Nürtingen für kaum eine der Sekretärinnen fremd sein. Das Dekanatamt in der Marktstraße 19 ist Anlaufstelle für viele. Dort kann die Dienstpost, Sammelmaterial und Sonstiges abgeholt werden, was auch häufig von den Sekretärinnen übernommen wird. Nicht zuletzt ist die Dekanatssekretärin Gerda Armbruster immer eine hilfreiche Ansprechpartnerin für Fragen und Problemchen aller Art.

Das Treffen konzentrierte sich jedoch vor allem auf die Besichtigung der schönen Stadtkirche St. Laurentiuskirche, die sich als Wahrzeichen der Stadt weithin sichtbar über den Neckar erhebt und das Stadtbild prägt. Stadtkirchenpfarrer Markus Lautenschlager nahm die Frauen mit hinein in die spannende Geschichte der vermutlich im 10./11. Jh erbauten Kirche. Der Namenspatron Laurentius, auf dem Schlussstein im Chorraum an der Märtyrerpalme und dem Rost zu erkennen, präsentierte dem Kaiser Valerian als wahren Schatz der Kirche die Armen und Kranken anstatt Gold und Diamanten, was ihm die Hinrichtung als Märtyrer auf dem Rost über dem Feuer einbrachte.
Die St. Laurentiuskirche war jahrhundertelang zugleich Schlosskirche der Württemberger, was ihre Größe erklärt.
Bei einem Brand am 15. April 2000 wurde die aus den 70er Jahren stammende Orgel komplett zerstört. Noch heute sind an einigen Stellen der Kirche Spuren der starken Rußeinwirkung zu entdecken. Nur eines der Fresken wurde gereinigt und erhalten, und zwar die Figurengruppe, die als „Schwatzweiber“ oder „Beginen“ gedeutet wird.

Ein künstlerisches Meisterwerk in der St. Laurentiuskirche hatte es Pfarrer Lautenschlager besonders angetan – der Nürtinger Altar, ein von Conrat Weiß in mehrjähriger Arbeit geschaffener Flügelaltar mit Szenen aus dem Leben Marias, der im September in Gestalt einer Replik in die Laurentiuskirche zurückgeführt wurde. Das Original, das ursprünglich vor 170 Jahren an das württembergische Königshaus ging, ist heute in der Staatsgalerie in Stuttgart untergebracht, allerdings leider nicht in der Ausstellung. Pfarrer Lautenschlager erläuterte in spannender Weise die auf fünf Tafeln dargestellten Szenen aus dem Marienleben, angefangen von der Geburt Jesu bis hin zur Krönung Marias.

Ein weiteres Schmuckstück der Kirche ist natürlich auch die Orgel, die von der Schweizer Firma Goll in Luzern gebaut und im Oktober 2004 eingeweiht wurde. Sie besitzt 3 Manuale, 42 Register und 2905 Pfeifen. Bezirkskantorin Angelika Rau-Čulo stellte diese „Königin der Instrumente“ in leidenschaftlicher Weise vor, woran unschwer zu erkennen war, wie gern sie mit diesem Instrument musiziert. Mit musikalischen Kostproben konnten wir Sekretärinnen die unterschiedlichen Register hören und einen Eindruck davon bekommen, welche Vielfalt an musikalischen Variationen die Orgel zu bieten hat. Kaum vorstellbar, dass dieses mächtige Instrument in absoluter Handarbeit und akribischer Perfektion in nur zwei Jahren gebaut wurde. Wer wollte, konnte sogar die Möglichkeit nutzen, die Orgel von innen zu bestaunen.

In der Kirchstraße 6 war noch die Möglichkeit, das Pfarrbüro der Stadtkirchengemeinde mit Enzenhardt von Elvira Jaiser und Brunhilde Stäbler zu besichtigen, bevor die Gruppe bei einem leckeren Abendessen im Nürtinger Hof noch genügend Möglichkeit zum Austausch hatte.

 

Elvira Jaiser