„Schwätzabend“ der Pfarramtssekretärinnen des Kirchenbezirks in Neuffen

In Neuffen, mitten im schönen Neuffener Täle, das sich mit seiner Obstbaumblüte zur Zeit in seinem schönsten Kleid zeigt, trafen sich ca. 19 der Pfarramtssekretärinnen im Kirchenbezirk Nürtingen, zu ihrem diesjährigen „Schwätzabend“. Diese Treffen sollen dazu helfen, sich gegenseitig kennenzulernen und wahrzunehmen, zu erfahren, dass viele die gleichen bzw. ähnliche Aufgaben zu bewältigen haben und man sich so gegenseitig unterstützen kann, da doch die meisten alleine im Pfarrbüro arbeiten. Eine persönliche Begegnung bei solch einer Gelegenheit, macht es leichter, auch telefonisch kollegiale Hilfestellung in Anspruch zu nehmen.
Traditionsgemäß steht bei diesen Anlässen eine Kirchenführung durch den Ortspfarrer und eine Besichtigung des Arbeitsplatzes der Kollegin auf dem Programm.
Begrüßung und Start war am „Ölberg“ an der Westseite der Martinskirche. Der Neuffener Wengerter Alberlin Schech hatte 1504 dieses Kunstwerk aus Dankbarkeit für die Heilung seiner Tochter gestiftet. An vielen Kirchen ist so ein Ölberg zu finden, wo die Szene der Jünger im Garten Gethsemane dargestellt ist, wo Jesus seine Jünger bat, zu wachen und für ihn zu beten kurz vor seiner Kreuzigung. So soll auch dieses Werk, wann immer man an einem solchen vorbei kommt, zum Gebet aufrufen.

Wer eine „traditionelle“ Kirchenführung erwartet hat, wurde angenehm überrascht. Der Neuffener Pfarrer Gunther Seibold, der Mitgründer des landeskirchlichen Arbeitskreises für Kirchenraum und Kirchenraumpädagogik ist und diesem auch noch aktiv angehört, hatte mit den Sekretärinnen etwas Außergewöhnliches vor. Um die Neuffener Martinskirche auf eine ganz neue und andere Art zu erleben, ließen sich alle auf ein Experiment ein. Paare wurden gebildet, bei denen eine die Augen verbunden bekam und die Partnerin die „blinde Kollegin“ sicher durch die Kirche führte. Ohne Augenlicht war die nicht sehende angewiesen auf die Erklärungen der Partnerin und so war es ein besonderes Erlebnis, den Altar, den Taufstein und Inschriften mit den Fingern zu ertasten, durch lenkende Worte sicher Stufen zu bewältigen und „blind“ auf die Kanzel zu steigen. Der anschließende Erfahrungsaustausch zeigte positive Erfahrungen. Eine zweite Übung bestand darin, in der Kirche Elemente des Glaubens zu finden. Jede durfte sich zu einem Bibelvers, der für sie besondere Bedeutung hat, in der Kirche einen Platz suchen, der mit der Aussage des Verses in besonderem Zusammenhang steht. In einer Austauschrunde konnte jeder, der wollte, die Kolleginnen daran teilhaben lassen. Zum Abschluss konnten wir noch einiges über die Orgel erfahren und diese bei einem Segenslied, von Pfarrer Seibold gespielt, in Aktion erleben.
Unsere Neuffener Kollegin Karin Burk, die diesen Abend organisiert und vorbereitet hat, ließ uns noch einen Blick in ihr Büro im Pfarrhaus werfen. Es ist immer interessant und gibt auch neue Impulse, wenn man die Möglichkeit bekommt, andere Arbeitsplätze zu sehen.

Im Gasthaus Traube konnten wir ein leckeres Abendessen genießen mit Getränken, die der Kirchenbezirk übernahm. Dekanatssekretärin Gerda Armbruster stellte neue Kolleginnen vor und gab wichtige Infos bekannt. Durch das neue EDV-System PC im Pfarramt ergeben sich Neuerungen, die alle Pfarrämter betreffen. Auch hierfür sind diese Treffen sehr hilfreich. Rückfragen sind möglich und auch der Austausch im Anschluss bot eine gute Möglichkeit, manche Unklarheiten zu beseitigen.

Elvira Jaiser