10.11.17

Ein weiterer Schritt zum Gemeindezentrum

Evangelische Kirchengemeinde Wendlingen unterzeichnet Vertrag für eine Planungsgemeinschaft mit der Bruderhausdiakonie

© gki

Unser Foto zeigt Hans-Georg Class, der als Vorsitzender des Kirchengemeinderats den Gründungsvertrag einer Planungsgemeinschaft mit der Bruderhausdiakonie unterschreibt. Rechts daneben Pfarrer Lothar Bauer, Vorsitzender des Vorstandes von der Bruderhausdiakonie Reutlingen, dahinter die Kirchengemeinderätin Ulrike Dietrich und Stefan Wannenwetsch, als geschäftsführender Pfarrer.

Autorin: Gaby Kiedaisch

Es ist vollbracht: Die Evangelische Kirchengemeinde Wendlingen und die Bruderhausdiakonie aus Reutlingen haben eine Planungsgemeinschaft gegründet. Der Vertrag wurde am Mittwochabend im evangelischen Pfarrhaus von den Partnern unterzeichnet. Damit kann das geplante Gemeindezentrum und Wohnheim für behinderte Menschen in die weitere Planung gehen.

Nach dem gescheiterten Bürgerentscheid im November vor einem Jahr war es in der Öffentlichkeit etwas still um das bauliche Vorhaben in der Evangelischen Kirchengemeinde geworden. Nichtsdestotrotz ging es hinter den Kulissen mit der Arbeit weiter. Als nächster Schritt nach dem Entscheid sei geplant gewesen, möglichst rasch die Planungsgemeinschaft zu gründen, gab Pfarrer Stefan Wannenwetsch bei der Unterzeichnung an. Doch länger als erwartet hat, nach Äußerungen des Ersten Vorsitzenden des Kirchengemeinderats Hans-Georg Class, gedauert zu klären, welche Chancen der Architektenentwurf für die Umsetzung des Bauvorhabens überhaupt hat. Dafür hatte die Evangelische Kirchengemeinde eine Bauvoranfrage beim Landratsamt in Esslingen gestellt. Die Antwort der Baubehörde ließ allerdings auf sich warten: mit dem Ergebnis, dass es ohne eine Änderung des Bebauungsplans für das Grundstück in der Stadtmitte nicht geht. „Ein Prozessschritt, der nicht eingeplant war und für alle Beteiligten zusätzlich Zeit in Anspruch nehmen wird“, so die beiden Kirchenverantwortlichen.

Der städtebaulicher Entwurf soll nun planungsrechtlich umgesetzt werden


Für das Grundstück in der Stadtmitte liegt ein nicht qualifizierter Bebauungsplan vor. Das Landratsamt fordert nun die Änderung des bestehenden Bebauungsplans. Aus Sicht der Behörde wird das im Vorentwurf geplante Gebäude mit seinen vier Stochwerken nicht erlaubt, da bisher lediglich drei vorgesehen sind, auch dann, wenn die Gebäudehöhe nicht überschritten wird. Nach Auskunft von Stadtbaumeister Axel Girod soll dazu im Frühjahr des kommenden Jahres das Bebauungsplanverfahren beginnen.

Nach dem vertraglichen Abschluss für eine Planungsgemeinschaft werden die beiden Bauherren nun den Architekten mit der Bau- und Projektplanung beauftragen, erklärte Hans-Georg Class bei der Unterzeichnung. Damit können die Feinabstimmungen in der Planung beginnen. Laut Pfarrer Lothar Bauer, Vorstandsvorsitzender von der Bruderhausdiakonie, soll für die Umsetzung des Vorhabens die Planungsgesellschaft später in eine Baugesellschaft überführt werden.

„Das war ein hartes Stück Arbeit“, sagte der Erste Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Hans-Georg Class, angesichts des vorausgegangenen langen Prozedere. Er bedankte sich bei Pfarrer Lothar Bauer für die „gegenseitige Vertrauensarbeit über einen so langen Weg“. „Wir sind nun guten Mutes, dass der Rest des Weges beständiger zu gehen sein wird“, sagte er, während sich die beiden nach der Vertragsunterzeichnung die Hand schüttelten.

Voll des Dankes war auch Pfarrer Stefan Wannenwetsch, für die große Geduld, die die Bruderhausdiakonie gezeigt hat. Pfarrer Lothar Bauer freute sich, dass „wir Menschen mit Behinderung eine Heimat mitten im Ort geben können“. Das sei wichtig für diese Menschen, die über kein Auto verfügten und auf die Nähe zu Läden angewiesen seien. „Wir sind nun miteinander auf einem guten Weg“, sagte er.

Die Bruderhausdiakonie wird in das Gebäude des evangelischen Gemeindezentrums eine Wohnbetreuung für 24 behinderte Menschen anbieten, zusätzlich eine Tagesbetreuung von Montag bis Freitag. An dem zentralen Standort in der Stadtmitte kann nach Ansicht der Bruderhausdiakonie der Gedanke der Inklusion bestens gelebt werden. „Wir wollen die Behinderten nicht abschieben, sonder integrieren“, so Lothar Bauer. „Und der Standort in Wendlingen ist mehr als optimal dafür.“

Zum Ende der Planungsphase will die Kirchengemeinde über das neue Gebäude in einer Gemeindeversammlung informiert.

Vorher und zwar schon sehr bald soll eine Gemeindewerkstatt stattfinden, in der die Kirchenmitglieder gemeinsam Ideen entwickeln und diskutieren: Was heißt evangelisch sein in Wendlingen, worüber definieren wir uns? Der Abend findet am Donnerstag, 16. November, 19 Uhr, in der Johanneskirche statt.