11.10.17

Kirche eröffnet wieder ihre Pforten

Die Evangelische Kirchengemeinde in Altdorf feierte nach langer Sanierung mit einem Gemeindefest die Wiedereröffnung

© Nürtinger Zeitung

Die Schlüsselübergabe durch Architekt Norbert Morgenthaler (links) an Kirchengemeinderatsvorsitzenden Steffen Zeitler und Pfarrerin Ulrike Schaich.

Autorin: Nürtinger Zeitung

Weit und offen wirkt der frisch renovierte Kirchenraum der evangelischen Kirche in Altdorf. Eine Renovierung war nötig, da die elektrischen Leitungen getauscht werden mussten.

Von Mai bis Oktober war die Kirche für den Gottesdienst und die Gemeinde geschlossen. Handwerker gaben sich die Klinke in die Hand. Die Gottesdienste fanden in dieser Zeit vorwiegend im Gemeindehaus statt. Einige Gottesdienste konnte man bei gutem Wetter gemeinsam mit der Partnergemeinde Neckartailfingen im Freien feiern, einige wurden aufgrund der erwarteten höheren Besucherzahl kurzerhand – und völlig unproblematisch – in den Bürgersaal im Bürgerzentrum verlegt. Eine gute Nachbarschaft zwischen der kommunalen und der kirchlichen Gemeinde machte dies möglich.

Am Sonntag wurde die frisch sanierte Kirche im Erntedankgottesdienst wieder an die Gemeinde übergeben. Der Altarraum war mit den Erntegaben der Gemeinde reich geschmückt. Pfarrerin Ulrike Schaich und der Kirchenchor unter seiner Leiterin Tanja Groß gestalteten den Dankgottesdienst. Die Gottesdienstbesucher, denen die zwei Treppenstufen am Haupteingang bisher große Probleme bereiteten, kommen nun barrierefrei in die Kirche. Eine mobile Rampe, mitfinanziert durch den Krankenpflegeverein Neckartailfingen-Altdorf, überspannt das Hindernis künftig.

Im Innenraum angekommen fiel gleich auf, dass der Kirchenraum größer, heller und freundlicher wirkt. Dies liegt sicherlich auch an den neu angebrachten dimmbaren Lampen, welche nun lichtstarke Leuchtmittel enthalten, die den Raum deutlich besser ausleuchten als die alten Lampen. Der helle Fußboden, die neue sandgestrahlte Sichtschutzverglasung im unteren Teil der Fenster und der frische weiße Anstrich tun ihr Übriges. Neben all den notwendigen Arbeiten hat die kleine Kirchengemeinde ein Fenster von der Reutlinger Künstlerin Daniela Waitzmann gestalten lassen. Da die heutige Kirche auf dem Platz einer der Jungfrau Maria geweihten Kapelle steht, nahm die Künstlerin in ihrem Entwurf das biblische Gleichnis von den fünf klugen und den fünf törichten Jungfrauen auf. Sie gestaltete die Erzählung mit monochromen Flächen und Formen in Klarglas, Sandstrahltechnik und schwarzen Farbstrichen.

Kirche kann tagsüber besichtigt werden

Die Kirche ist in den nächsten Wochen tagsüber von 9 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet. Der Neckarhäuser Architekt Norbert Morgenthaler hat die Arbeiten geplant und koordiniert. Symbolisch brachten er und seine Frau einen überdimensionalen Kirchenschlüssel aus Hefezopf mit – zur Stärkung für alle, die an diesem Werk mitgearbeitet haben. Glückwünsche, Geschenke und Grußworte kamen auch vom Kirchenbezirk, der Partnergemeinde und der Kommune. Die Gäste waren im Anschluss ins Bürgerzentrum eingeladen, wo es ausreichend Gelegenheit zum Austausch und Gespräch gab. Das Angebot wurde rege angenommen und trotz des schlechten Wetters war das Gemeindefest bis 16 Uhr gut besucht.

Die verantwortlichen Kirchengemeinderäte freuen sich schon auf viele gut besuchte Veranstaltungen in ihrer neuen Kirche. Die regelmäßigen Gottesdienste finden nun wieder wechselweise um 9.30 Uhr und 10.30 Uhr am Sonntag früh statt, Ende des Monats lädt die Kirchengemeinde am 29. Oktober zum Familiengottesdienst und am 31. Oktober zum Reformationsfest ein.