Kirchensanierung und Wohnhausneubau

Die Nürtinger Versöhnungskirche muss saniert werden. Am Donnerstag wurden die Pläne dafür präsentiert. Foto: Holzwarth

Infoveranstaltung zur Zukunft der Versöhnungskirche – Gemeinde muss noch um die 100 000 Euro selbst aufbringen

Die Nürtinger Versöhnungskirche im Breiten Weg muss saniert werden. In den letzten Monaten wurde geplant, überlegt, konzipiert und verhandelt. Am Donnerstagabend informierte der Bauausschuss nun alle Anwohner und Interessierten über den Planungsstand.


Circa 70 Interessierte waren trotz tropischer Temperaturen der Einladung gefolgt und wurden herzlich von Pfarrer Markus Frank begrüßt.

Unter Moderation von Dieter Kunzmann erläuterte Architekt Daniel Keller, dass bei der Renovierung der Versöhnungskirche der Erhalt der Substanz an erster Stelle steht.

So seien im Laufe der Jahrzehnte viele Mängel aufgetreten, teilweise auch solche, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich seien und sich darin begründen, dass die Bauvorschriften vor 50 Jahren noch andere gewesen seien als heute. Hier führte er den Brandschutz, die Barrierefreiheit und die Elektrosanierung als Beispiele an.

Der charakteristische Turm soll erhalten werden

Auch der für die Versöhnungskirche charakteristische Turm ist sanierungsbedürftig und soll erhalten werden.

Keller ging ausführlich auf die Renovierungspläne im Bereich von Kirchenraum, Gemeinderäumen und Mesnerwohnung ein.

Das oberste Prinzip der Planung war und ist, „die nötige Sanierung dazu zu nutzen, das Bestehende besser und zukunftsfähig zu machen“.

Um die umfangreiche Sanierung finanzieren zu können, hat sich die Gesamtkirchengemeinde entschlossen, einen Grundstücksteil unterhalb der Versöhnungskirche zu verkaufen. Im zweiten Teil des Informationsabends wurden die Käuferin sowie der geplante Bau präsentiert.

Die Pfarreistiftung der Evangelischen Landeskirche wird das Grundstück erwerben und anschließend im Rahmen eines Erbbaurechts dem Investor des Gebäudes, EvoHaus aus Karlsruhe, langfristig zur Verfügung stellen. Auf diese Weise bleibt das Grundstück im Besitz der Kirche und die zukünftigen Bewohner werden Eigentümer des Gebäudes, das auf diesem Grundstück entstehen wird.

Der Repräsentant von EvoHaus, Müller, stellte das Bauvorhaben ausführlich vor, das den Parkcharakter an der Versöhnungskirche erhalten und gleichzeitig Wohnraum für zehn Familien bieten soll.

Im Anschluss erläuterte Kirchenpfleger und Finanzexperte Jörg Bauknecht die Pläne zur Finanzierung der Sanierungsmaßnahmen. Der Kostenaufwand für die gesamten Renovierungsmaßnahmen werde etwa eine Million Euro betragen.

Er verdeutlichte, dass der Verkauf des Grundstücksteils trotz Zuschüssen von Landeskirche und Kirchenbezirk für die Finanzierung der Sanierung nötig sei, dies aber dennoch alleine nicht ausreiche, um die geplanten Kosten zu decken.

Einen Großteil der restlichen Kosten werde die Gesamtkirchengemeinde übernehmen, den anderen Teil die Versöhnungskirchengemeinde. So werde die Kirchengemeinde auch auf die Unterstützung ihrer Gemeindeglieder angewiesen sein, um den noch fehlenden Betrag von etwa 100 000 Euro aufzubringen.

In der anschließenden Diskussionsrunde waren den Anwohnern drei Themengebiete am wichtigsten: die Form und Größe des geplanten Gebäudes unterhalb der Versöhnungskirche, die dortige Parkplatzsituation sowie der Wegfall der bisherigen Aufgangstreppe im Bereich der Kirche.

Am Ende des Abends waren alle Beteiligten und Interessierten gespannt auf die weitere Planung und Verwirklichung des Projektes.

 

Kathrin Engl