Wolfschlugen hat eine neue Pfarrerin

Investitur der neuen Pfarrerin (von links): Pfarrer Norbert Graf, Pfarrerin Verena Reinmüller, Kirchengemeinderatsvorsitzender Dieter Schenk und Pfarrer Gunther Seibold Foto: Ehehalt

Am Sonntag wurde Verena Reinmüller in der evangelischen Kirche in ihr Amt eingesetzt

Am Sonntag trat Pfarrerin Verena Reinmüller ihren Dienst in der evangelischen Kirche Wolfschlugen an. Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes wurde sie von Pfarrer Gunther Seibold aus Neuffen in ihr Amt eingesetzt.

WOLFSCHLUGEN. Der Investiturgottesdienst begann mit den fröhlichen Worten des Dankpsalms 100: „Jauchzet dem Herrn alle Welt, dient dem Herrn mit Freuden!“ Pfarrer Norbert Graf, der seit 2015 an der Kirche ist, stimmte die zahlreichen Besucher auf diesen besonderen Gottesdienst ein: „Diese Investitur ist ein Anlass zur Freude!“ Die neue Pfarrerin wird Kollegin von Pfarrer Graf, der seit 2015 in Wolfschlugen ist, und Nachfolgerin von Pfarrerin Ute Werkmann-Eberhardt, die Ende April in den Ruhestand ging.

Verena Reinmüller wuchs in Kleinbottwar auf, studierte in Tübingen und Wien Theologie und absolvierte das Vikariat in Stuttgart-Luginsland. Achteinhalb Jahre lang teilte sie sich mit ihrem Ehemann Johannes eine Pfarrstelle in Ingelfingen im Hohenlohischen. Das Pfarrerehepaar bekam in dieser Zeit drei Kinder. Die zwei Töchter sind jetzt neun und sieben Jahre alt, der kleine Sohn ist vier. Da Johannes Reinmüller seit dem 1. März in Birkach für den Oberkirchenrat in einer Stelle für „Innovatives Handeln und neue Aufbrüche“ arbeitet, passt der Neuanfang seiner Ehefrau in Wolfschlugen perfekt.

Während eineinhalb Stunden erlebten die Besucher im Gottesdienst viel Freude beim gemeinsamen Liedgesang, bei den Psalmsprüchen, der Musik des Ensembles Kreuz und quer und bei der ersten Predigt von Verena Reinmüller.

Pfarrer Gunther Seibold aus Neuffen setzte die junge Pfarrerin ins Amt ein

In Vertretung von Dekan Michael Waldmann war Pfarrer Gunther Seibold aus Neuffen in die evangelische Kirche nach Wolfschlugen gekommen, um die junge Pfarrerin offiziell ins Amt einzusetzen. Als Pfarrer sei man zweigeteilt, sagte Pfarrer Seibold: „Einerseits ist man der evangelischen Landeskirche verpflichtet, andererseits den Menschen in der Gemeinde. In diesem Amt hat man eine besondere Verantwortung bei der Verkündigung des Evangeliums in Wort und Sakrament. Im Mittelpunkt steht aber stets Jesus Christus! Wir Menschen sollen zur Einheit des Glaubens kommen“, betonte Pfarrer Seibold und zitierte den Apostel Paulus: „Wir sollen nicht reden als wollten wir den Menschen gefallen, sondern Gott, der uns prüft!“

„Ich freue mich sehr“, strahlte Verena Reinmüller, als sie an den Altar trat und mit Hilfe einiger Utensilien auf humorvolle Art und Weise ein bisschen aus ihrem Leben erzählte. Sie hatte einen Umzugskarton, ein Schachbrett, einen Fahrradhelm dabei. „Ich bin in meinem Leben schon 13 Mal umgezogen“, verriet die Pfarrerin und hob den Umzugskarton hoch. Sie wäre am liebsten schon vor zwölf Jahren gern nach Wolfschlugen gezogen, als ihr Ehemann Vikar in Aich war. Nun hat es geklappt, obwohl die Familie zweieinhalb Wochen vor dem Umzug noch keine Bleibe hatte. Doch wie stets habe sie auf Gott vertraut, dass er den richtigen Weg wohl kennt. Nun wohnt Familie Reinmüller mit ihren drei Kindern in einem schönen Haus in Wolfschlugen. „Gott sieht Wege, wo für uns Menschen nur Wildnis ist“, meinte die Pfarrerin in ihrer Predigt, die sie auf dem Liedtext „Befiehl dem Herrn deine Wege“ aufbaute. Sie zeigte den Gottesdienstbesuchern ein Foto, auf dem nur wildes Gestrüpp zu sehen war. Doch auf einem zweiten Foto waren Eisenbahnschienen zu erkennen und ein Weg aus der Wildnis hinaus.

Die Arbeit in der Kirchengemeinde hat viel Ähnlichkeit mit Schach

Das zweite Utensil, mit dem Reinmüller einen Hinweis auf ihr Leben gab, war ein Schachbrett. Sie habe in der Jugend häufig Schach gespielt und finde, dieses Spiel habe viel mit der Arbeit in einer Kirchengemeinde zu tun. „Man muss genau planen und voraus denken können. Die Figuren spielen immer zusammen.“ Man könne nur gewinnen, wenn nicht einer allein voranstürmt. „Auch in der Kirchengemeinde funktioniert es nur, wenn alle zusammenstehen!“ lächelte sie. Außerdem gebe es im Schach eine Hauptperson, den König. „Das ist für uns Jesus Christus, in dessen Namen wir die gemeinsame Arbeit in der Kirchengemeinde tun!“

Der Fahrradhelm, den Verena Reinmüller als letzten Gegenstand präsentierte, stand für ihre Freizeitvergnügungen. „Ich bin viel in der Natur, fahre gern mit dem Rad.“ Aber sie liebe es auch, in die Sauna zu gehen, ein gutes Buch zu lesen oder Sport zu treiben. „Wenn Sie noch mehr wissen wollen, zum Beispiel mein Alter oder meine Schuhgröße, fragen Sie einfach“, lachte sie. „Ich freue mich auf viele Begegnungen!“