Theodor Braun

Theodor Braun, der frühere evangelische Dekan von Nürtingen  ist am Sonntag, 21. März 2010 im Alter von 99 Jahren in Esslingen gestorben.

 

Der Kirchenbezirk Nürtingen, die Gesamtkirchengemeinde und Stadtkirchengemeinde Nürtingen trauern mit der Ehefrau Ruth Braun, den Kindern und Enkelkindern um einen frohen Christenmenschen.

 

Seine Beerdigung war am Freitag, 26. März um 11:30 Uhr, auf dem Pragfriedhof in Stuttgart. 

 

Braun war von 1938 bis 1947 Gemeindepfarrer in Nürtingen, von wo er zunächst nach  Friedrichshafen an die Schlosskirche ging.  Danach war er beim Evangelischen Gemeindedienst für die Erwachsenenbildung und die Familienerholung tätig, bis er dann von 1970 bis 1978 als Dekan nach Nürtingen zurück kehrte. Daneben gehörte er unter anderem von 1972 bis 1983 der württembergischen Landessynode an, dem Redaktionsbeirat des Evangelischen Gemeindeblattes für Württemberg und war stellvertretender Vorsitzender des Evangelischen Presseverbandes für Württemberg.Arbeit und vielfältiges Engagement des im indonesischen Goenoeng Sitoli geborenen Sohns eines Missionskaufmanns waren geprägt von der Missionswelt, vom Schwung der christlich geprägten Jugend- und Studentenzeit und der Auseinandersetzung mit den glaubens- und kirchenfeindlichen Intrigen des Nationalsozialismus. Er hatte schon in jungen Jahren Verlust und Bewahrung erlebt, vor allem in der Kriegszeit. Dies legte den Grundstein dafür, dass er in vielen Ämtern und Aufgaben in Kirche, Diakonie und Publizistik zum geschätzten Mann des Ausgleichs und zum Brückenbauer werden konnte.Theodor Braun faszinierten die vielfältigen Möglichkeiten neuer kirchlicher Arbeit. Impulse bezog er dazu auch aus Erfahrungen von einer Reise zu Kirchen in den Vereinigten Staaten in den Nachkriegsjahren. Die Achtung menschlicher Verbindlichkeit bei konfessionellen Gegensätzen war ihm ebenfalls wichtig.Der Theologe trat dafür ein, dass die Kirche Verantwortung in der Öffentlichkeit wahrnimmt. Sie solle dies tun durch Erwachsenenbildung, die Fragen christlichen Lebens aufgreift, indem sie selbst neue Formen von Bildungsmedien und Bildungsveranstaltungen nutzt, und durch kritische Reflexion der Massenmedien. Familienarbeit und Jugendschutz müsse die Kirche fördern und sich dem Dialog mit Vertretern der Naturwissenschaften stellen.Innerhalb der Kirche erwartete er Loyalität bei der Mitarbeit in Verbandsgremien, eine kollegiale Verbundenheit der Pfarrerinnen und Pfarrer. Als wichtige Erfahrungen aus der eigenen Amtszeit gab er das Erleben von Gemeinde bei Familien- und Seniorenfreizeiten weiter, die Bedeutung von Gemeindegruppen wie der Altpietisten oder des CVJM, und nicht zuletzt die Bedeutung einer «lebendigen Predigt».

Dekan Michael Waldmann