Erntedank

Am Morgigen Sonntag wird in vielen Kirchen der Erntedanksonntag gefeiert. Christen verbinden mit dem Fest den Dank für die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit. Das Erntedankfest gab es schon in vorchristlicher Zeit und seit 1972 ist findet dieses Fest am ersten Sonntag im Oktober begangen. Neben all den Gaben wie z. B. Trauben und Kartoffeln, würde ich dieses Jahr ein Gefäß mit dem kostbaren Nass dazustellen. Es erinnert mich, an einen sehr heißen und viel zu trockenen Sommer, an den Klimawandel und damit einhergehend auch an die Veränderungen des Lebensraums  für alle Lebewesen. auf dem Planeten Erde.
Um bereits ein halbes Grad ist die Temperatur der Erde seit der Industrialisierung angestiegen. Wird der Ausstoß von Treibhausgasen nicht verringert, prognostizieren die Experten bis zum Jahr 2050 einen Temperaturanstieg um bis zu 2 Grad Celsius. Diese Erwärmung hätte fatale Folgen die jetzt schon in Anfängen sichtbar werden z.B. die heimische Riesling Traube verträgt die Hitze nicht mehr und der Grundwasserspiegel sinkt. Ohne Eisbrecher fahren Schiffe bereits bis zum Nordpol und in den Sommermonaten gelingt es sogar über Kanada nach Asien zu gelangen.
Doch nicht nur Tieren und Pflanzen wird der Lebensraum entzogen, sondern auch vielen Menschen. Im dem Inselstaat Vanuatu fanden aufgrund des ansteigenden Meeresspiegels die ersten Umsiedlungen statt. Die Liste der Folgen des Klimawandels ließe sich beliebig fortsetzen.
Eins steht jedoch fest. Unser Ja zur Schöpfung muss neu durchbuchstabiert werden. Den Lippenbekenntnissen muss konkretes Handeln folgen. Alle Menschen der Erde sind in ihren jeweiligen Positionen und Lebensräumen verantwortlich. Unabhängig von den Prognosen und Vorhersagen, noch haben wir die Chance zu handeln. Papst Franziskus macht sich große Sorgen um das gemeinsame Haus der Schöpfung.
Mit den herrschenden Maximen eines rein technologischen Fortschrittsglaubens, gepaart mit einem rein auf Gewinn ausgelegten Wirtschaftssystem und Moralvorstellungen, wonach sich jeder selbst der Nächste ist, fährt die Menschheit die Welt und sich selbst an die Wand, so zusammenfassend die Warnung des Papstes. Er hält auch fest: Die Verantwortung für die Natur sei Teil des christlichen Glaubens. Der Glaube biete "wichtige Motivationen für die Pflege der Natur und die Sorge für die schwächsten Brüder und Schwestern", meint Papst Franziskus. Wir sind gefragt jede und jeder an seinem Lebensraum.
Peter Maile, Diakon