Beginn der ökumenischen Friedensdekade von Pfarrerin Kornelia Stysch (Reudern)

Einfach mal aufstehen und gegen den Kriegswahn beten
‚Krieg 3.0‘. Dieses Motto für die ökumenische Friedensdekade 2018 irritiert. Es ist keine positive Ansage. Man kann es als Bedrohung lesen als sei mit dem Krieg von morgen zu rechnen, als seien die Waffen von morgen schon längst in Auftrag gegeben.
Im August 2017 haben sich über hundert namhafte IT-Unternehmer und Forscher im Bereich künstliche Intelligenz in einem offenen Brief an die Vereinten Nationen für ein Verbot der Killerroboter ausgesprochen. Mit ihnen würde – nach der Erfindung des Schießpulvers und der Atomwaffen – die dritte Revolution der Kriegsführung beginnen.
Wo stehen wir heute? Ferngesteuerte Drohnen und Killerroboter werden bereits eingesetzt. Diese autonomen Waffensysteme analysieren Daten und steuern selbstständig Maschinengewehre, Kanonen oder Raketen. Menschen übernehmen so immer weniger Verantwortung für die Kriegsführung, das Gewissen bleibt auf der Strecke.  
Die Zukunft der ‚digitalen‘ Kriege beginnt jetzt. Darauf will die diesjährige Friedensdekade vom 11. bis 21. November aufmerksam machen. ‚Krieg 3.0‘ lenkt den Blick auf die neuen Waffentechnologien, welche die Kriegsführung in einem schleichenden Prozess grundlegend verändern.
Die Bedrohungsszenarien, die Regierungsoberhäupter wie Trump, Putin, Erdogan oder Kim Jong-un entwerfen, müssen für eine umfassende Modernisierung und Optimierung von Verteidigungs- und Waffensystemen herhalten. Diese Rüstungsausgaben verschlingen riesige Geldsummen, die dann weder für Bildung noch für soziale Aufgaben oder den Umweltschutz zur Verfügung stehen.
Schnell gerät in den Hintergrund wie wichtig der Ausbau der Friedens- und Versöhnungsarbeit zwischen den Völkern, die Diplomatie unter den Staaten sowie die Stärkung internationaler Institutionen ist. Je mehr Menschen nicht nur wegschauen, sondern sich mit dieser Entwicklung auseinandersetzen und Stellung beziehen, umso mehr Einfluss kann auf die Politik ausgeübt werden. Bittgottesdienste für den Frieden, die in der Zeit der Friedensdekade stattfinden, setzen den tödlichen Entwicklungen die Friedensbotschaft des Evangeliums und die Kraft des Gebets entgegen. Die katholische Teilortgemeinde und die Evangelische Kirchengemeinde in Reudern laden am Volkstrauertag, den 18. November um 9.30 Uhr in die Friedenskirche nach Reudern zu einem gemeinsamen Bittgottesdienst ein, der ein hoffnungsvolles Zeichen setzen will.

Pfarrerin Kornelia Stysch (Reudern)