Stille Nacht, heilige Nacht!

Etwas Besonderes, Außergewöhnliches, Wertvolles,  etwas „von außerhalb“ scheint am Heiligen Abend und in der Weihnacht in unsere Welt  hinein.  
Viele Menschen feiern diese Tage, auch wenn sie sich nicht als Christen verstehen. Was fasziniert sie daran? Sind es Lichterketten und Kerzen, die unsere Welt in eine warme Atmosphäre tauchen?
Kommt darin die tiefe Sehnsucht zum Ausdruck, dass vielleicht doch einmal für kurze Zeit alles gut ist? Die Sehnsucht nach einem befreiten Aufatmen? Vielleicht ist es ein Seufzer der Seele, die sich in uns meldet.
Und dann? Manchmal bleibt an Weihnachten die Seele leer, die Sehnsucht unerfüllt. Vielleicht ist es noch schlimmer als zuvor, als man im Alltag die Stimme der Seele nicht wahrgenommen hat. Und nun taucht an Weihnachten der Schmerz über unerfüllte Wünsche auf; Vergangenes meldet sich und fordert Raum: Eine übergangene Beförderung, ein Kind, das nicht die Erwartungen erfüllt, der Verlust eines lieben Menschen, ….
Weihnachten lässt uns unsere Bedürftigkeit spüren. Bedürftig sind wir – wie das Kind im Stall. Ich spüre die eigenen Grenzen. Ich habe nicht alles in der Hand. Andererseits: kann ich auch etwas annehmen. Kinder zeigen uns das. Ich darf mich tragen und beschenken lassen – von anderen Menschen und von Gott. Ob ich mich darauf einlassen kann? Das wäre schön!
In diesem Sinne auch Ihnen: Frohe Weihnachten!

Susanne Hepp-Kottmann
Pastoralreferentin in der Klinikseelsorge