Mariä Himmelfahrt

„Jemandem das Blaue vom Himmel versprechen“, „Dem Himmel sei Dank“, „Ich fühl mich, wie im siebten Himmel“…

In vielen Redewendungen geht es um ihn, den Himmel, der in seiner unendlichen Weite mit Wolken, Meteorologie, Raumfahrt und auch Gott verbunden wird.
Es ist ein Ort, nach dem wir gerne greifen, der sich aber doch unseren Möglichkeiten entzieht. Denn er ist höher, weiter und vor allem anders, als wir ihn uns vorstellen können.
Dieser Himmel ist eben nicht nur ein Ort im herkömmlichen Sinn, den wir mit Auto, Flugzeug oder zu Fuß erreichen können. Er steht auch für die allumfassende Gegenwart Gottes.
In diese Gegenwart kommt Maria durch Gottes Handeln. Sie wird in den Himmel aufgenommen, dorthin, wo ihre Sehnsucht sie ein Leben lang zog. Deshalb heißt der heutige Tag „Mariä Aufnahme in den Himmel“ oder „Mariä Himmelfahrt“ und ist ein Fest der Hoffnung für uns. Denn wir feiern, dass unser Leben einmal ganz von Gott an- und aufgenommen wird.
Es gehört zum Kern christlichen Glaubens, dass Jesus Christus nach seinem Tod nicht für sich allein auferstanden ist, sondern dass er seine Auferstehungsherrlichkeit mit anderen teilen will. Infolgedessen heißt es auch im Johannesevangelium: „Ich werde euch zu mir holen, damit auch ihr seid, wo ich bin“.
Die Aufnahme Mariens in den Himmel zeigt, wozu jeder Mensch berufen ist: Nämlich zur Vollendung in Gott – und zwar mit Leib und Seele.
Dementsprechend glauben wir, dass der Mensch sein Ziel bei Gott hat. Dass alles von IHM angenommen, gewandelt und vollendet wird.
Wir glauben, dass unser irdisches Leben mit all seinen Erfahrungen und Erlebnissen, sowie mit der Gestalt und den Kennzeichen, die ihn prägen, bei Gott Raum hat.
Wir glauben an die Würde unseres Körpers, der nicht ein beliebiges Aufbewahrungsinstrument für die Seele ist, sondern ein wertvoller Teil von uns, der uns zu einem Original Gottes, zu SEINEM Tempel macht.
Wir glauben, dass das, was wir mit unserem Leib erlebt haben, nicht einfach vergangen ist, sondern in Gottes himmlische Wirklichkeit aufgenommen wird. Denn Leib und Seele sind untrennbar. Nur wenn ich mit meinem Leib versöhnt bin, kommt auch meine Seele zur Ruhe (Ps 62,6).
So zeigt uns der heutige Festtag „Mariä Aufnahme in den Himmel“, dass wir bei Gott mit allem, was uns ausmacht, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft haben.

Corinna Weber,
Pastoralreferentin
SE Guter Hirte – Kolumban