Bibelsonntag

Diakon Peter Seidl, Nürtingen

Sind Sie bibelfeste Christin oder Christ, vertraut mit den Texten des Neuen und Alten Testaments? Lesen Sie regelmäßig das Wort zum Sonntag oder sind Sie zufällig bei diesem Artikel gelandet? Ich freue mich in jedem Fall, dass ich mit Ihnen in Kontakt bin. Mit 2400 bis 3200 Zeichen soll ich etwas über den Bibelsonntag und das Buch der Bücher, die Bibel, schreiben. Sie ist das meist gedruckte, am häufigsten übersetzte und das am weitesten verbreitete Buch der Welt. Derzeit gibt es Gesamtübersetzungen in 674 Sprachen und Teilübersetzungen in 3224 Sprachen. Mir geht es vermutlich so wie den meisten von Ihnen, ich kenne nur einen Teil der Texte des Alten und Neuen Testaments. Jedoch kann ich mit Überzeugung sagen, dass vieles von dem, was ich in all den Jahren aus der Bibel kennen gelernt habe, mich bereichert und für mich wichtig geworden ist. So kann ich den Leitsatz des Bibelsonntags 2019 nur unterstreichen. Er ist entnommen aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper: „Weil der, der bei mir ist, mich stark macht!“ (Phil 4,13). Im Laufe meines Lebens durfte ich erfahren, dass ich nicht alleine unterwegs bin. Jede Menge liebevoller, begeisterter Menschen sind mit mir unterwegs und lassen mich spüren, dass es um uns und in uns Kräfte gibt, die über das menschliche Maß hinausgehen. Von solchen Erfahrungen berichtet uns die Bibel, von Ereignissen, die Menschen mit ihrem Gott gemacht haben. In den Schriften des ersten Testaments wurde die Geschichte der Schöpfung und die Entwicklung des Volkes Israel beschrieben. Gesetzesbücher, religiöse Ordnungen und Gebetsformeln kamen hinzu. Mit der Offenbarung Gottes in der Menschwerdung Jesu Christi entstand für die Menschen eine Zeitenwende. Die Evangelien berichten von dem im Alten Testament verheißenen Messias, dem Heiland, dem Gesalbten, Jesus Christus. Die weiteren Briefe und Schriften erzählen von der Ausbreitung des Christentums, der Gründung von Gemeinden und der christlichen Kirche. Dass aus der Ur-Kirche eine bis heute zerrissene und getrennte Weltkirche geworden ist, war sicherlich nicht im Sinne Jesu. Erfreulicherweise bemühen sich die christlichen Kirchen seit Mitte der 1970er Jahre um eine Annäherung auch im Bereich der biblischen Grundlagenarbeit. Der ökumenische Bibelsonntag, die Bibelwoche und die damit verbundene gemeinsame Beschäftigung mit der Bibel, fördert ein geschwisterliches Miteinander der Konfessionen. Darüber hinaus kann der Bibelsonntag Impulse geben, die Bibel als Inspirationsquelle für den Alltag immer wieder neu zu entdecken und darüber ins Gespräch zu kommen. Vielleicht finden Sie Zeit und Neugierde in der Bibel zu lesen und/oder sich mit anderen darüber auszutauschen. Der Bibelsonntag am 27.01. und die anschließende Bibelwoche mit Gottesdiensten und Gesprächsangeboten bieten dazu Gelegenheit. Es lohnt sich! Vielleicht spüren auch Sie: „Weil der, der bei mir ist, mich stark macht!“