Ich steh an deiner Krippe hier

©Graf

Da liegt also das Kind in der Krippe. Ein Bündel Leben im Heu. Ochs und Esel müssen sich ihr Futter heute einmal anderswo holen. Leben kommt aus der Krippe: Für das Vieh Heu und Hafer. Und für uns: Ein Kind. Ein Kind, über das die Engel sangen: „Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr.“ Leben kommt von dem Kind in der Krippe. Wie könnte wohl die Botschaft aus der Krippe für uns heute lauten? Doch auch so: Plagt euch doch nicht damit ab, immer noch größer und besser, schneller und produktiver, leistungsfähiger und effektiver sein zu wollen, immer mehr haben zu wollen. Verachtet euch nicht so in euren Schwächen, euren Schattenseiten, sondern schaut auf das Kind in der Krippe in seiner Armut und Niedrigkeit. So kommt Gott uns nahe. Könnten wir dies begreifen, so würden wir barmherziger zu uns selbst und auch zu anderen sein.
Aus der Krippe kommt das Leben. Deshalb ist es wichtig, an ihr stehen zu bleiben um Atem zu holen, um Kraft zu schöpfen, um Frieden zu finden. Die Tiere spüren das: Sie nehmen aus der Krippe, was sie zum Leben brauchen. Vielleicht sollten auch wir so an der Krippe stehen bleiben. Eine Möglichkeit wäre bei einem der nächsten Weihnachtsgottesdienste und dann mit einstimmen in das Lied:
„Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben; ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und lass dir´s wohlgefallen.“
Ich wünsche Ihnen gesegnete Weihnachten, friedliche und leichte Feiertage.

Ihr Karlheinz Graf
Pfarrer an der Christuskirche
Zizishausen