Advent – Zeit der Hoffnung

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 „Hoffen und Harren hält manchen zum Narren“ oder „die Hoffnung stirbt zuletzt“ – welches ist eher Ihr Spruch? Leben Sie nach dem Satz: „Lieber nichts erwarten und hoffen, dann kann man auch nicht enttäuscht werden!“ Oder ist für Sie Hoffnung `eine Kraftquelle, die aktiv werden lässt, sich mit Problemen auseinanderzusetzen, Veränderungswege zu suchen und Schritte zu gehen´  (so definiert Ernst Bloch den Begriff „Hoffnung“).

In Krisen die wir durchleben hält uns Hoffnung aufrecht. Nach einer schlechten Note hofft die Schülerin darauf, nächstes Mal besser zu sein. Ein Arbeitsloser hofft auf eine neue Arbeitsstelle. Der Kranke hofft darauf, dass der Arzt die richtige Diagnose stellt und eine Therapie findet. Wir hoffen darauf, dass ein Lock down die Pandemie  eindämmt. Wir setzen große Hoffnung in einen Impfstoff gegen Covid 19. Wir hoffen auf Befreiung aus dieser weltweiten Krise. „Hoffnung ist das Vertrauen auf einen letztlich guten Ausgang eines Ereignisses“ erklärt uns der Duden.

Morgen ist der letzte Sonntag im Advent 2020. Vor mehr als 2000 Jahren befanden sich die Israeliten in einer „Adventszeit“ voller Erwartung und Hoffen. Sie warteten auf den Messias, den Retter aus der römischen Herrschaft. In diese Zeit hinein wurde Jesus geboren – und er erfüllte nicht die Hoffnungen seiner Zeitgenossen, auch nicht derer, die ihn als Messias erkannten. Er wurde in einem Stall geboren, lebte 30 Jahre im Verborgenen, reiste drei Jahre als Lehrer und Heiler durch Israel und starb dann einen qualvollen Tod am Kreuz. Wo blieb da die Hoffnung? Als Christen glauben wir, dass Jesus auferstanden ist – das ist der tiefste Grund all unserer Hoffnung, denn selbst der Tod ist damit nicht das Ende, sondern die Wende. „Hoffnung lässt nicht zuschanden werden.“ erklärte Paulus den Christen in Rom - und in einem Lied aus der Glaubensgemeinschaft Taizé singen wir: „Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht, Christus, meine Zuversicht, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.“

Peter Kuznic, ein kroatischer Theologe prägte den wunderbaren Satz: „Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören. Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen.“ Ich möchte heute bereits nach der Musik der Zukunft  tanzen und so Hoffnung verströmen.
Ich wünsche Ihnen allen eine Weihnachtszeit voller Hoffnung.

Gisela Häberle
Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde
Nürtingen