Gott kommt zu uns

©Flick

Mit Abschluss der weihnachtlichen Festwoche, dem Jahreswechsel und den ersten Tagen im neuen Jahr gibt es am 6. Januar einen weiteren Feiertag: Das Erscheinungsfest.
Ich muss zugeben, dass sich dieser Festtag für mich bisher nicht so richtig erschlossen hat. Eigentlich war mit der Geburt Jesu an Weihnachten für mich alles schon erledigt, wobei der zusätzliche Feiertag durchaus seinen Reiz hatte.
Ursprünglich wurde die Geburt Jesu auch am 6. Januar gefeiert und in der armenischen Kirche oder z.B. in Russland und den GUS Staaten ist das heute noch so. Kalender- und Staatsreformen sind ursächlich dafür, dass wir am 25. Dezember die Geburt Jesu feiern und am 6. Januar mit dem Erscheinungsfest noch einmal daran denken, dass Gott in seinem Sohn, Jesus Christus, sichtbar in die Welt getreten - erschienen - ist.
Das Erscheinungsfest ist jedoch mehr als ein zusätzlicher Feiertag. Es ist das Fest, das die Bedeutung des Christfestes weiter vertieft.
Im kirchlichen Leben verbindet es drei Ereignisse aus dem Leben Jesu und weist so bereits auf das Wirken Jesu hin:
Die Anbetung der Weisen aus dem Morgenland, die Taufe Jesu und
das erste Wunder, das Jesus vollbracht hat: Er verwandelte Wasser in Wein auf der Hochzeit zu Kana.
Damit wird gleichzeitig deutlich, dass Jesus in der engen Verbindung mit Gott (Taufe) allen Menschen ein Leben in Fülle (Weinwunder) bringen wollte.
Der Schwerpunkt hat sich bei uns auf die Geschichte von den Weisen aus dem Morgenland gelegt. Es gibt viele Legenden um die sog. „Heiligen drei Könige“. Nach der biblischen Überlieferung waren sie Weise, die einem Stern - einem besonderen Licht - gefolgt sind, weil die damalige Wissenschaft und ihre Überzeugung ihnen in diesem Licht Christus, den neugeborenen König der Juden verheißen haben.
Sie waren damit die ersten Nichtjuden, die zum Glauben an Jesus kamen. Dadurch hat der 6. Januar traditionell auch immer etwas mit Mission zu tun.
Diesem sehr alten Brauch gehen die Sternsinger nach. Als Heilige Drei Könige gekleidet wandern sie von Haus zu Haus. Sie verkünden nicht nur die Frohbotschaft von Geburt und Wirken Jesu, sondern sammeln auch Spenden für missionarische Projekte.
Und sie hinterlassen an den Haustüren bzw. den Türbalken mit geweihter Kreide die traditionelle Segensbitte C+M+B (Christus mansionem benedicat - Gott segne dieses Haus) mit der jeweiligen Jahreszahl. Damit weisen sie auf die Bedeutung des Erscheinungsfestes hin: Mit Jesus Christus beginnt etwas ganz Neues. Gott ist durch ihn zu uns Menschen gekommen und er begleitet uns in unserem Leben mit seinem Segen.
Vor diesem Hintergrund wünsche ich Ihnen, dass der 6. Januar 2020 für Sie zu einem wirklichen Festtag wird!

Christine Flick, Wendlingen
Evangelisch-methodistische Kirche