Ein anderes Weihnachten?

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„Es war ein anderer Sommer, es war ein anderes Jahr…“ so singt die Musikband „Silbermond“.
Ja, es war schon ein anderes Osterfest, ein anderer Sommer und nun erwartet uns ein anderes Weihnachtsfest, oder?

Die Restaurants, Cafés und Hotels mussten schon im November dichtmachen, und seit 16. Dezember nun auch der Einzelhandel, Friseure, Schulen, Kitas… erneuter Lockdown.

Es ist wahrlich ein anderer Advent gewesen, dieses Jahr: wir blieben zuhause, wir jagten nicht durch die Straßen nach den letzten Weihnachtsgeschenken, wir haben vielleicht den Adventskranz öfters als sonst angezündet und womöglich im kleinen Familienkreis „Macht hoch die Tür“ gesungen. Und heute werden wir vermutlich auch anders Heiligabend feiern. Das Krippenspiel findet nicht statt wie gewohnt. Zur Christmette gehen nur die Mutigsten, denn eigentlich sollten wir ja um 20 Uhr zu Hause sein. Wer sonst mit allen Kindern und Enkeln und lieben Verwandten gefeiert hat, muss sich dieses Jahr leider beschränken…

Ein anderes Weihnachten?

Und doch: es wird Heiligabend – wie jedes Jahr. Denn Weihnachten hängt nicht von Corona-Einschränkungen ab. Weihnachten findet statt, weil die Botschaft immer die gleiche bleibt und weil das Weihnachtsgeschehen gerade in Dunkelheit, Angst und Hoffnungslosigkeit ein Licht zum Leuchten bringt: dieses kleine Kind in der Krippe macht unsere Herzen weit und licht und hoffnungsfroh. Denn: was ist eigentlich Weihnachten? Wann ist wirklich Weihnachten?

Ein Weihnachtslied aus Südamerika beschreibt dies ganz wunderbar:

„Wenn zwei Menschen einander verzeihn, wenn wir versuchen, einander zu verstehn, wenn einer dem anderen hilft – dann ist Weihnachten.

Wenn wir versuchen, ehrlich zu leben, wenn wir jedes neugeborene Kind willkommen heißen, wenn es uns gelingt, unserem Leben einen Sinn zu geben – dann ist Weihnachten.

Wenn wir einander mit den Augen des Herzens sehen können, mit einem Lächeln auf den Lippen – dann ist Weihnachten.

Denn es ist geboren die Liebe – der Frieden – die Gerechtigkeit – die Hoffnung und die Freude…denn es ist geboren ein Kind im Stall –Jesus Christus unser Bruder und Retter…“.

Vielleicht ist ja alles anders dieses Jahr, aber wenn wir uns vom Kind im Stall das Licht der Hoffnung, der Zuversicht, der Mit-Menschlichkeit und des Friedens schenken lassen, dann wird - dann ist Weihnachten, auch und gerade in diesem ganz anderen Jahr.

Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest wünscht Ihnen

Sabina Brandenstein
Pastoralreferentin und Klinikseelsorgerin, Kirchheim-Nürtingen