Zugesagt

©Strifler

 „abgesagt“, „muss leider ausfallen“, „verschoben“,  – mit diesen Worten müssen wir gerade umgehen. Auf vieles haben wir uns gefreut: auf Ausflüge, Sportevents, Konzerte und besondere Feste. Lange im Voraus wurde geplant, wurden Einladungen verschickt, Vorbereitungen getroffen – und jetzt: Es findet nicht statt oder anders als gedacht. An diesem Sonntag  geht es vielen Kindern der 3. Klasse so, denn eigentlich wäre morgen, am Weißen Sonntag, das Fest ihrer Erstkommunion gewesen. Die Mädchen und Jungen haben sich auf diesen Tag monatelang vorbereitet. Sie wurden begleitet von Pastoralteams, Ehrenamtlichen und ihren Familien. Doch alle Erstkommunionfeiern fallen bis mindestens 15. Juni aus. Viele Gemeinden haben überlegt, wie sie dieses verschobene Fest überbrücken können. Sie haben Päckchen gepackt mit Geschichten, Gebeten und Bastelideen für die ganze Familie; manche feiern morgen einen Online- Familiengottesdienst . Diese Gesten machen deutlich: Wir können die Gemeinschaft miteinander und mit Gott nicht so feiern, wie gedacht und geplant. Und das nachgeholte Erstkommunionfest wird anders sein. Was bleibt und was gilt ist Gottes Zusage „Ich bin da“. So stellt sich Gott schon im Alten Testament den Menschen vor. In Jesus ist dieses „Ich bin da“ Mensch geworden und hat an Ostern den Tod überwunden. Seither feiern Christen dieses „Ich bin da“ in den Zeichen von Brot und Wein. Dieser Zusage jetzt zu vertrauen, fällt manchmal nicht leicht. Da ist so vieles, was verunsichert, Angst macht und fragen lässt: „Bist du wirklich da?“ Mir hilft es, wahrzunehmen, was zur Zeit auch passiert: Menschen sind füreinander aufmerksam, sie handeln solidarisch. Sie setzen sich für Kranke und Alte ein, oftmals bis an der Grenze ihrer Belastbarkeit, sie nehmen in der Kontaktsperre kreativ und anders Kontakt zueinander auf, sie entdecken neue Möglichkeiten und bringen sie zum Wohle anderer ein. Für mich sind das wertvolle und glaubwürdige Zeichen. „Ich bin da“ – das ist nicht einfach so dahingesagt, das ist zugesagt und wird gelebt. Das können wir einander zeigen, auch bei den kommenden Festen.

Barbara Strifler, Dekanatsreferentin Esslingen