Mal mir einen Regenbogen!

©Brückner-Walter

Haben Sie sie auch gesehen? Die Regenbo-gen in den Fenstern - Botschaften von Kin-dern für Kinder. Sie sagen: auch hier wohnt ein Kind, und es kann jetzt nicht in die Kita gehen. Keine Schule, keine Besuche bei den Großeltern. Manchmal steht da auch ge-schrieben: „Alles wird gut!“ oder „Du bist nicht allein!“  
Inzwischen sind sie fast schon Vergangen-heit, diese Regenbogen. Zum Glück! Mich haben sie sehr berührt, diese Zeichen, die bunten Spuren: Freude gegen Mutlosigkeit, Hoffnung gegen die Angst, Miteinander gegen Einsamkeit. Auch im Netz – weltweit - kann man sie finden: # regenbogengegen-corona.
Der Regenbogen - ein Hoffnungszeichen dafür, dass das Leben siegt - er hat eine lan-ge Geschichte. Die fängt schon in der Bibel an: keine Pandemie war es damals, nein, eine noch viel größere Katstrophe - die riesige Flut, die alles Leben vernichtete. Doch dann wird der Regenbogen am Himmel sichtbar, Gottes Zeichen: nun soll wieder Leben sein auf der Erde, bunt und fröhlich! (1.Mose 9)
Mal mir einen Regenbogen! Freu dich mit mir über so viele Zeichen der Solidarität! Da kaufen Junge für die Älteren ein; Kinder schreiben rührende Briefe an alte Menschen in Pflegeheimen. Da sprechen Menschen miteinander, die sich bisher fast fremd wa-ren. Man grüßt sich wieder! Und ein „Wie geht’s?“ ist nicht nur so dahingesagt.
Mal mir einen Regenbogen! Freu dich mit mir über die vielen kreativen Künstler! Über live-Musik im Netz, von Musikerinnen im Wohnzimmer aufgenommen. Über eine Wel-le der Solidarität durch Spenden für Künst-ler*innen, für Gastronomiebetreibende und für viele andere, die in ihrer Existenz bedroht sind.
Mal mir einen Regenbogen! Freu dich mit mir, wenn Menschen Danke sagen und auf den Balkonen singen: für Pfleger und Ärz-tinnen und für die an der Kasse im Super-markt. Oder wenn eine ganze Familie jeden Abend auf der Straße Posaune spielt!  
Mal mir einen Regenbogen! Freu dich mit mir, dass du wieder auf den Spielplatz gehen kannst und zum Friseur!
Mal mir einen Regenbogen und setze dein eigenes Zeichen. Gott will, dass wir leben auf dieser Erde! Alles wird gut – du bist nicht allein!
    

Bärbel Brückner-Walter, ev. Pfarrerin an der Lutherkirche