Christus segne dieses Haus – Segen sein in Zeiten von Corona

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Eigentlich würden gerade jetzt viele Kinder verkleidet als Königinnen und Könige durch die Straßen ziehen, den Segen Gottes an die Häuser schreiben und Spenden für die Ärmsten in der ganzen Welt sammeln. Seit 1959 findet jedes Jahr die uns mittlerweile so vertraute Aktion der Sternsinger mit Kaspar, Melchior und Balthasar in ihrer jetzigen Form statt. Die ersten Spuren dieses Brauches reichen aber noch viel weiter zurück. So gibt es erste Belege für das Dreikönigssingen in Württemberg bereits für die Mitte des 16. Jahrhunderts. Dieses Jahr ist es aber leider anders. Aufgrund der aktuellen Situation ziehen keine Kinder von Haus zu Haus; in manchen Regionen ist es das erste Mal seit über 450 Jahren.

Der an die Häuser und Wohnungen geschriebene Segen Gottes ist aber ein wichtiges Zeichen. Er bringt zum Ausdruck, dass Gott bei uns, bei jedem von uns sein will. Er macht dabei keinen Unterschied zwischen arm und reich, zwischen Nationalität, Alter oder Religion. Gott ist einer, der bei den Menschen sein will, ganz besonders auch in dieser sehr herausfordernden und schwierigen Zeit. Deswegen kann an vielen Orten der traditionelle Segen als Aufkleber in den Kirchen oder anderen Orten mitgenommen werden. Gerade in herausfordernden Zeiten ist es gut, sich unter den Schutz und Segen Gottes zu stellen.

Segen bedeutet, sich etwas Gutes zuzusprechen. Segen bedeutet, sich gegenseitig den Rücken zu stärken. Das funktioniert auch in diesem Jahr! Sich gegenseitig Mut zuzusprechen oder etwas Gutes zu sagen, das funktioniert in der Familie, mit dem Lebenspartner oder der Lebenspartnerin, mit Freunden, aber auch mit Menschen, die uns nicht so nahestehen. In dieser ruhigen und stillen Zeit gilt es aufmerksam zu werden für Menschen, die Segen besonders brauchen. Wir alle kennen Menschen, denen es so geht, und die Zuspruch nötig haben. Die verschiedenen modernen Kommunikationsmöglichkeiten wie Videokonferenz, Telefon und Messenger lassen es zu, dass wir auch ohne den direkten Kontakt miteinander in Verbindung bleiben können. So kann jede und jeder von uns Sternsingerin oder Sternsinger werden. Wir selbst können Bote des Segens Gottes sein. Mit einem guten Wort für unsere Familien und Freunde sowie damit, dass wir aufmerksam füreinander bleiben. Wir können einander Mut machen, uns den Rücken stärken und den Segen Gottes weitergeben. 2021 wird ähnlich wie auch schon 2020 ein anderes Jahr werden. Trotzdem können wir den Segen der Weihnachtskrippe an unsere Wohnungen und Häuser schreiben: Christus segne dieses Haus und alle, die da gehen ein und aus!

Pastoralreferent Christian Slunitschek