„Nichts ist mehr sicher“.

©Greiler-Unrath

Haben Sie diesen Satz in den letzten Tagen auch öfter gesagt oder zumindest gehört? Für mich hat es den Anschein, als wäre das eine Art „Grundstimmung“, die unser ganzes Leben bestimmt und die manch einem den Schlaf raubt. „Hat mein Frisör offen oder nicht?“ „Schreibe ich demnächst Abi oder wird es verschoben?“ „Reicht das Klopapier noch übers Wochenende oder muss ich schon morgen rechtzeitig da sein, um eine Packung von der Palette abzugreifen?“ „Wann sehe ich meine Enkel*innen wieder?“ „Habe ich morgen noch einen Job oder muss der Chef den Laden schließen?“ Und schlussendlich: „Bin ich gesund oder nicht?“ Und wenn ich krank werde: „Was erwartet mich dann?“ Diese Unsicherheit wird auch eine Weile andauern. So vielsteht fest. Wie lange? Auch das ist unsicher. Sicher ist, dass Gott da ist. Das glaube ich tief im Herzen. Auch wenn ich davon manchmal nichts spüre. Auch wenn es keine Lösung gibt.  Der Glaube an Gott löst weder Klopapierfragen noch gesundheitliche Probleme, die eine Pandemie mit sich bringt. Für mich ist Gott so etwas, wie ein „sicherer Ort“. Er verändert sich nicht, auch wenn sich die Nachrichten im Stundentakt fast überschlagen. Er ist da. Immer. Das wussten schon die Psalmbeter in der Bibel. Die kannten auch Unsicherheiten und schlaflose Nächte. Aber sie wussten Gott bei sich. Von ihnen kann man lernen für Zeiten wie diese.

Vielleicht können Sie dann –trotz allem –auch sagen:

„Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, HERR, hilfst mir, dass ich sicher wohne.“ (Psalm 4,9)

Diakonin Bärbel Greiler-Unrath