Lieber Josef von Arimathäa!

Man sagt, Du warst auch ein Freund von Jesus, wenn auch einer,
der sich in der Öffentlichkeit lieber zurückgehalten hat.
Deshalb wirst Du nur an zwei Stellen in der Bibel erwähnt. Böse Zungen
sagen, Du wärst eine Art „Randfigur“. Einer, der keine große Rolle gespielt
hat. Man weiß über Dich, dass Du reich warst. Und dass Du ein
„angesehener Ratsherr warst“. Aber sonst wissen wir nur eines: Dass es
Dir wichtig war, dass Jesus nicht als Verbrecher am Kreuz bleibt.
Wenigstens ein würdevolles Begräbnis sollte er bekommen.
Du bist zu Pilatus gegangen und hast darum gebeten, den toten
Jesus in ein Grab legen zu dürfen.
In Dein Grab.
Nein, eine Randfigur bist Du für mich nicht, lieber Josef.
Du konntest zwar nicht ahnen,
was da ein paar Stunden später passieren würde –
aber aus Deinem Grab ist Jesus auferstanden.
Dein Grab ist der HotSpot der Geschichte Gottes!
Vielleicht erinnere ich mich beim nächsten Mal an Dich,
wenn ich mir mein eigenes Grab schaufle.
Ein Sorgen-Grab,
ein Angst-Grab,
ein Egoismus-Grab
oder ein
Mir-ist-alles-egal-Grab.
Vielleicht wird mein Grab auch
ein HotSpot für Auferstehung!?

Hoffnungsgrüße,
Deine
Diakonin Bärbel Greiler-Unrath