Abendgebet

Gott, ein Tag ist vorbei.

Habe ich seine Stunden, Minuten genutzt
oder habe ich sie vertan, vertrödelt in Belanglosigkeit?

Habe ich mich verloren im Tun
oder konnte ich Zeiten des Atemholens,
der Stille einbauen,
Zeiten der Begegnung mit anderen, mit mir, mit Dir?

Manches blieb ungetan, unvollendet,
wurde verschoben auf morgen und übermorgen.

Immer wieder stoße ich an meine Grenzen.
Im Vertrauen auf dich kann ich meine Grenzen annehmen
und in Ruhe schlafen.

In diesen Tagen sind Begegnungen mit anderen Menschen in die
digitale Welt verschoben, sie sind anders aber nicht unmöglich.
In den Familien sind wir näher zusammengerückt, manches an
Arbeit bleibt liegen, dafür wird so manches Spiel oder Hobby
wieder neu entdeckt. Das Nervenkostüm wird dünner und wir uns
unseren eigenen Grenzen bewusster.

Wie gut, dass wir all das, das Getane und Vertrödelte, das Gelungene und
Unvollkommene, die Geduld und die Ungeduld, zurück in Gottes Hand legen
dürfen und morgen den Tag neu beginnen können. Das wussten schon die
Beter*innen im Alten Testament:

„Ich weiß, dass der Herr immer bei mir ist. Ich will nicht mutlos werden,
denn er ist an meiner Seite. Darum ist mein Herz erfüllt mit Freude,
und mein Mund lobt ihn mit lauter Stimme. Auch mein
Körper ruht sicher.“
                                                          Psalm 16, 8-9 (NLB)

Nicole Schmieder, Gemeindereferentin

Gebet: Irmela Mies-Suermann,
In: Pfarrbriefservice.de