Der Alten Krone sind Kindeskinder, und der Kinder Ehre sind ihre Eltern.

Sprüche 17,6

 

Unsere Eltern sehen ihre Enkeltochter momentan nur per Video. Wenn Besuche plötzlich keine Selbstverständlichkeit mehr sind wird schmerzlich bewusst, wie kostbar gemeinsam verbrachte Zeit sein kann. Meine Vorfreude auf Lockerungen der Kontaktbeschrän-kungen wächst. Es kommen aber auch viele schöne Erinnerungen hoch.

Im Nachlass meines Großvaters haben wir ein paar Geschichten entdeckt,
in denen er Erlebnisse mit seinen Enkelkindern festgehalten hat.
Eine seiner Erinnerungen möchte ich hier mit Ihnen teilen:

In einer Tüte, in der ein Polizeiauto mit 3 Rädern und ein zerquetschter Tischtennisball, eine Labello-Hülse und ein Kieselstein war, brachte er sie mit: Die Kinderillustrierte „Märchenwelt“ (oder hieß sie Bärchenwelt).

„Opa“, „hilfst Du mir bei der Rachete?“

Nach einer Viertelstunde war sie fertig. Oma übrigens auch! Ich habe überall nachgesehen: Frau Barbara gibt Ihnen Antwort, Dr. Helmes ist am Telefon, Fragen Sie Ruth Andres, Was Kunibald Alleswisser sagt…. Niemand sagte mir, wie man Uhu von einer Tischdecke und die Tischdecke von der Tischplatte entfernt.

Jan war das auch ziemlich egal. Die Rachete war fertig. Es war ein Standmodell, und dazu gehörte ein Marsmännchen, das größer war als die ganze Rachete, mit Luftschutzhelm und gasdichtem Taucheranzug. („Opa, was macht denn der, wenn er aufs Klo muss?“). Ich musste viel erklären, während Jan seine zweite Haut von den Fingern zog und den „Kaugummi“ verspeiste.

Also zuerst müssen wir dem Männchen einen Namen geben. „Helmut“ schlug Jan vor. „Nein, Marsmännchen heißen nicht Helmut. Vielleicht Micki oder Samson?“ „Nein, der Samson ist doch von der Sesamstraße." Alf schlug ich daraufhin gar nicht mehr vor.

Jan hatte sich auch schon für „Maxi“ entschieden, und weil Opa darauf hinwies, dass es sich um ein kleines Marsmännchen handelt, und deshalb „Mini“ angebrachter wäre, einigte sich Jan schließlich auf „Minimax“.                    
 
Jan Schreder, Vikar in Reudern