So still ...

„So still, dass jeder von uns wusste, das hier ist für immer und ewig“, singt Jupiter Jones. „So still und verloren gingst du fort ...“

Das erlebten die Freunde Jesu nach einem entsetzlichen Karfreitag. Fassungslos standensie unter seinemKreuz.

Karsamstag ...

Jesus liegt im Grab. Tot. Still. Alles vorbei. Die Zeit hält den Atem an. Wer miterlebt hat, wie ein geliebter Mensch plötzlich stirbt, der kennt den Karsamstag. Diese Fassungslosigkeit und Leere.

Gott ist fern –Gott ist tot? Nicht nur damals rangen die Menschen mit dieser Frage. Warum? Kann Gott leiden und sterben? Warum lässt Gott Leid und Qual überhaupt zu?

Jesus liegt im Grab –hinabgestiegen in das Reich des Todes –heißt es im Glaubensbekenntnis.

Kann das auch ein Trostsein? -Gott ist da, wo die Vergessenen, wo die Toten sind. Bei denen, die sonst keiner beweint.

Gott ist auch bei den Opfern von Gewalt und Krieg, für die niemand eingetreten ist.

Gott ist nicht nur bei den Lebenden. Gott ist auch bei den Toten.

Gott ist da, wo es dunkel ist. Er ist da in den schwärzesten Stunden.

Allein das hilft über trostlose Stunden hinweg, dassjemand da ist, der sie mit mir teiltund aushält. Der sagt: Ich bin für dich da.

Trauer verschwindet nicht einfach. Sie muss ausgehalten werden.Aber mit demnächsten Morgen bricht Ostern an. Der Stein ist weggerollt vom Grab. Es kann nicht sein, dass Gott alles ins Nichts fallen lässt. Rettung naht. Die Ostersonne geht auf. Das Leben beginnt trotz allem Schweren wieder neu.

Morgen ist Ostern!

Ich grüße Sie herzlich, Pfarrerin Kornelia Stysch aus Reudern