Richtfest im Martin-Luther-Hof

Nürtinger Lutherkirchengemeinde und Stiftung Tragwerk feierten – Im Neubau entstehen Büros, Kita und Gemeinschaftsräume

Der Rohbau ist fertig: Im September wollen Kirchengemeinde und Stiftung Tragwerk den neuen Martin-Luther-Hof beziehen. Foto: Holzwarth

16.02.2019, Von Anneliese Lieb

Am Richtbaum flatterten bunte Bänder und Halstücher und die Frühlingssonne wärmte die Handwerker auf dem Flachdach, als Zimmermeister Andreas Jakob den Richtspruch hielt und die Bauherrschaft hochleben ließ. Lutherkirchengemeinde und Stiftung Tragwerk erstellen den An- und Neubau in der Jakobstraße gemeinsam.


NÜRTINGEN. „Siehe ich will deine Mauern auf Edelsteine stellen und will deinen Grund mit Saphiren legen“ – Barbara Brückner-Walter, Pfarrerin der Nürtinger Lutherkirchengemeinde, zitierte Jesaja 54. Doch auf Edelsteinen stehen die Mauern des neuen Lutherhofes nicht. Die Fundamente wurden von den Mitarbeitern der Stuttgarter Bauunternehmung Gottlob Rommel aus Beton gegossen. Dass die Handwerker gute Arbeit geleistet haben, das bestätigte nicht nur Barbara Brückner-Walter. Sie zollte dem Team vom Bau großen Respekt, denn nur wenige Tage habe es wegen des Wintereinbruchs einen Baustopp gegeben. Bisher sei man nicht nur im Zeitplan, „auch das finanzielle Budget wurde eingehalten“, so der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Tragwerk, Jürgen Knodel. Sowohl Knodel als auch Pfarrerin Brückner-Walter betonten das gute Miteinander und die produktive Zusammenarbeit. „Das ist mehr als eine Zweckgemeinschaft.“ Nicht nur die Mitarbeiter der Stiftung Tragwerk freuen sich auf die neuen Büros und die Räume für die Kindertagesstätte mit 70 Plätzen auch die Kirchengemeinde freut sich auf Synergien durch die gemeinsam genutzten Räume. Knodel sieht gar einen Anlaufpunkt für Familie und Jugend im Wohnquartier Ersberg.

Im Neubau an der Ecke Jakob-, Ersberg- und Marienstraße sieht auch Bürgermeisterin Annette Bürkner einen Ort der Begegnung und einen Platz für ein ganzes Gemeinwesen. Dankbar ist Bürkner, dass die Stadt Nürtingen die Stiftung Tragwerk als Partner gewinnen konnte. Die 70 Kita-Plätze (drei Gruppen für über Dreijährige und eine Gruppe für Mädchen und Buben unter drei Jahren), werden von vielen Eltern ganz dringend benötigt. Denn nicht nur in diesem Wohnquartier gibt es bei der Stadt Nürtingen eine Warteliste.

Bezug des Neubaus mit Büros und 70 Kita-Plätzen im September

Kirchengemeinderatsvorsitzende Ulrike  Kudlich  und  Ellen  Gneiting  von der Nürtinger Gesamtkirchengemeinde, freuen sich, dass die Bauarbeiten so zügig voranschreiten. Im August letzten Jahres war der Spatenstich und nach neun Monaten konnte gestern Richtfest gefeiert werden. Im September, so Ulrike Kudlich, sei der Bezug der Gebäude geplant. Das Motto wird dann lauten, nicht nur nebeneinander sondern gemeinsam. Denn ein Teil der Räume und auch der Innenhof wird gemeinsam genutzt. Geplant hat den Neubau Ralf Pimiskern, Architekt und Geschäftsführer des Kirchheimer Architekturbüros Bankwitz Architekten. Pimiskern ging in seinem Grußwort auf die architektonische Herausforderung ein, das Gebäude städtebaulich zu integrieren und gleichzeitig angemessen zu erweitern. Denn zunächst ging es darum, das bestehende Kirchengebäude instandzusetzen. Entstanden, so Pimiskern, sei mit dem „Martin-Luther-Hof gemeinsam“ eine Besonderheit im sozial-gesellschaftlichen Bereich.

Zum „Richtschmauß“ luden Pfarrerin Barbara Brückner-Walter und die Stiftung Tragwerk Handwerker, Planer und Gäste in den Gemeindesaal ein. Musikalisch umrahmt wurde das Richtfest vom Posaunenchor.