Moskaliuk sagt nach zwölf Jahren Adieu

Großbettlinger Pfarrer wurde in einem Festgottesdienst verabschiedet

Pfarrer Arnold Moskaliuk (Bildmitte) wurde am Sonntag in den Ruhestand verabschiedet. Links Kirchengemeinderatsvorsitzende Ellen Steinhilper, Ehefrau Edelgard Moskaliuk, rechts Dekan Michael Waldmann und Schuldekanin Dorothee Moser. Foto: Fritz.

23.07.2019, Von Rudi Fritz

„Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ – diesen Satz aus dem Psalm 31 übernahm Pfarrer Arnold Moskaliuk als Leitsatz seiner Abschiedspredigt in der Großbettlinger Andreaskirche. Dekan Michael Waldmann nahm am Sonntag die Entpflichtung des Seelsorgers vor. Er habe viele positive Spuren hinterlassen, so seine Wegbegleiter.

GROSSBETTLINGEN. Die restlos besetzte und in neuem Glanz erstrahlende Andreaskirche bildete am Sonntagnachmittag einen würdigen Rahmen für die Verabschiedung des in den vorzeitigen Ruhestand gehenden Pfarrers Arnold Moskaliuk. Nach der feierlichen Eröffnung des Gottesdienstes durch den Posaunen- und den Kirchenchor trugen die Kinder der Kindertagesstätte am See eine gelungene gesangliche Einlage vor.

„Wir bedanken uns für die schöne Zeit“, dankte Erika Schreck im Namen der jüngsten Großbettlinger Bürger dem Pfarrer für dessen großes Engagement in der Kita. In einer bewegten Predigt blickte Arnold Moskaliuk auf seine zwölfjährige Pfarrertätigkeit in Großbettlingen zurück. „Es gab Höhen, aber auch Tiefen“, berichtete der scheidende Pfarrer.

Er verglich die Burg Hohenneuffen mit einem starken Ort, an dem man sich zu Gott hinwenden kann, um dort Schutz zu finden. „Du stellst meine Füße auf weiten Raum, in Dir bin ich geborgen, Herr“, schloss Moskaliuk seine letzte Predigt in der Andreaskirche. Die Familie des Pfarrers sang passend zum Psalm 31 ein Lied und führte dieses parallel auch in der Gebärdensprache auf. „Sie haben Ihr Amt zum Wohle der Gemeinde wahrgenommen“, attestierte Dekan Waldmann dem Pfarrerkollegen.

Die Früchte seines Wirkens könne man in Großbettlingen und in der Andreaskirche wahrnehmen. „Heute ist es ein Abschied von einer Gemeinde, einem Beruf und einer Berufung“, sagte Waldmann. Nach dem Besuch der Missionsschule war Arnold Moskaliuk zunächst als Dekanatsjugendleiter in Wassertürdingen tätig, arbeitete beim Diakoniewerk Schwäbisch Hall, war Pfarrer in Mundingen und Schelklingen, bevor er 2007 die Pfarrstelle in Großbettlingen übernahm, streifte Waldmann die über 40-jährige kirchliche Tätigkeit von Moskaliuk. Er charakterisierte ihn als einen Pfarrer, der zuverlässig, bodenständig, sympathisch und humorvoll seinen Pfarrdienst verrichtet hat.

„Sie haben Pfarrhäuser belebt und Kirchengemeinden gestaltet.“ Mit der offiziellen Entpflichtung verabschiedete Waldmann Moskaliuk in den Ruhestand. „Mein Wunsch bei Ihrer Einsetzung vor fast genau zwölf Jahren, dass Kirchengemeinde und Verwaltung gut zusammenarbeiten, ist voll in Erfüllung gegangen“, lobte Bürgermeister Martin Fritz die gute Zusammenarbeit. Eines der positiven Werke von Arnold Moskaliuk sei die Renovierung und Sanierung der Andreaskirche gewesen. Achille Mutombo, katholischer Pfarrerkollege in Großbettlingen, stellte seinem evangelischen Glaubensbruder ein glänzendes Abschlusszeugnis aus: „Ich habe Deine Überzeugung und Offenheit während unserer Zusammenarbeit kennen und schätzen gelernt“. Im Namen der Prädikanten des Kirchenbezirkes drückte Andreas Merz den Wunsch und die Hoffnung aus, dass Arnold Moskaliuk das Prädikantenteam künftig als Ruhestandspfarrer aktiv unterstützte.

Ellen Steinhilper offiziell die Schlüssel für die Kirche übergeben

Auch Neuffens Pfarrer Gunther Seibold lud seinen in den Ruhestand gehenden, und künftig in Beuren wohnenden Kollegen dazu ein, im evangelischen Täleskreis als Ruhestandspfarrer „Bruder Arnold“ im Täle mitzuwirken. „Wir haben stets auf Augenhöhe miteinander gearbeitet“, bedankte sich die Kirchengemeinderatsvorsitzende Ellen Steinhilper bei Arnold Moskaliuk dafür, dass er dem Kirchengemeinderat immer viel Spielraum gelassen habe, nach außen aber dennoch als Blitzableiter gedient hätte. Arnold Moskaliuk übergab Ellen Steinhilper offiziell die Schlüssel für die Andreaskirche und das Gemeindehaus. Bis zum 1. September erlebt die Pfarrei Großbettlingen eine Vakatur, ehe am 1. September Pfarrerin Senta Zürn das Erbe von Arnold Moskaliuk antritt. Nach dem zweistündigen Abschiedsgottesdienst hatten die Gemeindemitglieder noch die Gelegenheit, sich bei einem Stehempfang persönlich von ihrem Pfarrer zu verabschieden.