Dickes Kompliment an die Helfer

Ehrenamtliche sind der Schatz der AG Hospiz

NÜRTINGEN (pm). 48 Mal begleiteten die ehrenamtlichen Mitglieder der Nürtinger AG Hospiz im vergangenen Jahr Menschen in der letzten Phase ihres Lebens. Die derzeit 36 einsatzbereiten Sterbebegleiter leisteten knapp 1300 Einsatzstunden. Dazu kamen weitere gut 360 Stunden in der Trauerbegleitung – also durchschnittlich waren die Ehrenamtlichen damit 3,5 Stunden täglich im Einsatz. Diese Zahlen nannte der Rechner der AG Hospiz, Jörg Bauknecht, bei der jüngsten Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft. „Und das sind bloß die dokumentierten Stunden, tatsächlich sind es sicher mehr“, betonte Bauknecht.

Auch wenn damit die Zahl der Einsatzstunden im Vergleich zum Vorjahr etwas angestiegen war, sprach die Einsatzleiterin der AG Hospiz, Karen Renftle, von „einem ganz normalen Jahr“. Was allerdings die Arbeit, insbesondere auch die Karen Renftles, seit November 2018 deutlich erschwerte, war der überraschende Ausstieg ihrer Stellvertreterin Iris Rischmüller. Diese gab aus persönlichen Gründen ihre Stelle auf. Umso mehr freute sich der Vorsitzende der AG, Jochen Schnizler, den Mitgliedern nun die Nachfolgerin auf Rischmüllers Posten, Gabi Grünwald-Graf, vorstellen zu können. Die gelernte Sozialpädagogin und Palliativexpertin arbeitet seit fast zwanzig Jahren bereits im Bereich der ambulanten Hospizarbeit; zuerst in Tübingen, später auch in München. „Wir hatten gar nicht zu hoffen gewagt, jemanden mit einer so perfekten Qualifikation zu finden“, bekannte Schnizler.

Gabi Grünwald-Graf und Karen Renftle werden ab sofort als gleichberechtigtes Leitungsteam die AG leiten. „Ich freue mich sehr darauf und alles, was ich bisher von der AG Hospiz gesehen habe, gefällt mir sehr gut“, erklärte Grünwald-Graf begeistert. Renftle kündigte an, besonders auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit mehr Aktivität zu entfalten.

Nachdem 2018 ein angebotener Kurs zur Qualifikation zum Sterbebegleiter mangels genügender Interessenten vorerst nicht zustande kam, soll dieser spätestens im nächsten Jahr stattfinden. Auch ein Seminar mit dem Titel „Letzte Hilfe“ in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule in Nürtingen konnte vorerst nicht realisiert werden. „Aber wir bleiben dran“, versprach Renftle. Ihrem Team ehrenamtlicher Sterbe- und Trauerbegleiterinnen machte sie ein dickes Kompliment: „Im letzten halben Jahr hat sich wieder gezeigt, welch großen Schatz wir an unseren Mitarbeiterinnen haben“.

Der Vorstand ist wieder komplett

Erfreulich waren auch die Informationen, die Rechner Jörg Bauknecht aus dem Bereich der Finanzen vorlegen konnte. Dank großzügiger Spenden und Opfern von Kirchengemeinden sowie gestiegener Zuschüsse der Krankenkassen, musste die AG Hospiz 2018 nicht wie eigentlich erwartet, ihre Ersparnisse antasten. Im Gegenteil, der Jahresabschluss weist sogar einen Überschuss aus.

Sowohl der Jahresabschluss fürs vergangene als auch der Plan fürs nächste Jahr wurden vom Mitgliedergremium einstimmig angenommen. Weiterer Grund zur Freude für Schnizler und Bauknecht ist der nun wieder vollständig besetzte Vorstand der AG. Nachdem 2016 und 2017 Sabine Geyer, Horst Gropper und Pfarrer Stefan Wannenwetsch ausgeschieden waren, ist nun mit Carmen Müller, Judith Czernoch-Müller und Daniel Eberhardt die Vorstandsriege wieder vollständig.

Als Vertreter der AG aus der Bezirkssynode rückt Dieter Oehler für Pfarrerin Ute Werkmann-Eberhardt nach. Diese übernimmt zukünftig den Sitz der evangelischen Kirchengemeinden. Seit mehreren Jahren unterstützt die AG Hospiz das Hospizhaus in Esslingen mit jährlich 1500 Euro. Nun berichtete die Leiterin des Hospizes, Susanne Kränzle, erstmals vor der Mitgliederversammlung. Sie stellte ihr Haus und dessen Arbeitsweise vor.

Doch auch hier gelte, so Kränzle, „ambulant geht vor stationär“. Der ambulante Hospizdienst in Esslingen begleitete im selben Zeitraum 650 Menschen. So hält es Kränzle nicht für sinnvoll, mehr Hospizhäuser zu gründen. „Ziel muss es sein, die allgemeine Palliativversorgung in der Fläche generell so zu verbessern, dass die Menschen bis zum Schluss in ihrem Zuhause bleiben können. Das ist es, was sich auch die meisten Menschen wünschen.“ Zum Schluss dankte sie den Mitgliedern der Nürtinger AG Hospiz für deren finanzielle Unterstützung „die mit hilft, dass wir sorgenfrei arbeiten können.“