Erfolgreiche Premiere beim Familientag im Freilichtmuseum

Der ökumenische Gottesdienst in Beuren zieht 300 Besucher an – Seelsorger Tobias Haas: „Ein guter Brotteig braucht genauso viel Zeit wie die Seele“

300 Kinder und Erwachsene waren beim ersten ökumenischen Gottesdienst im Freilichtmuseum in Beuren dabei. Foto: Krytzner

03.06.2019, Von Thomas Krytzner

Der ökumenische Gottesdienst in Beuren zieht 300 Besucher an – Seelsorger Tobias Haas: „Ein guter Brotteig braucht genauso viel Zeit wie die Seele“

BEUREN. Sonntag ist Familientag. Seit Generationen steht dabei der gemein-same Besuch des Gottesdienstes auf dem Tagesplan. Diese Idee machten sich Anne Rahlenbeck, evangelische Pfarrerin in Neuffen, Ute Rieck, Familienbeauftragte der katholischen Kirche im Landkreis, und Tobias Haas, Seelsorger für Menschen mit Behinderung im Landkreis zunutze und luden am gestrigen Sonntag zum ökumenischen Gottesdienst ins Freilichtmuseum in Beuren ein. „Es ist das erste Mal, dass es eine Eucharistiefeier gibt“, freut sich Tobias Haas. Ute Rieck erklärt, warum gerade das Freilichtmuseum des Landkreises Esslingen zur Outdoor-Kirche wurde: „Am Reformationstag vor zwei Jahren war Museumsleiterin Steffi Cornelius von den Talkrunden so begeistert, dass sie die Idee mit dem Familiengottesdienst im Museumsdorf unterstützte.“

Das Motto des Tages war auch passend fürs Museum: „Brot.Zeit.Fest.“. Tobias Haas betont: „Die Kirche will nach draußen zu den Menschen, und in Beuren hat man den Bezug zu den Menschen im Landkreis, weil alle das Freilichtmuseum kennen.“ So war der Gottesdienst, der um 11 Uhr startete, auch gut besucht. Etwa 300 Kinder und Erwachsene nahmen an der ökumenischen Feier teil. Nachdem die teilnehmenden Kinder zuerst die Zutaten für ein Brot erraten konnten, erzählte Seelsorger Haas den Anwesenden die Geschichte von den fünf Broten und den zwei Fischen, die durch Jesus’ Segnung für über 5000 Menschen reichten. Ute Rieck verkündete das Evangelium mit der Segnung des Brotes. Pfarrerin Anne Rahlenbeck ging in der Predigt auf die Wunder ein, die seinerzeit mit Jesus möglich wurden. Nicht nur, dass Brot und Fisch nicht weniger wurden, als sie unter die Leute verteilt wurden, sondern die herbeigeeilten Menschen begannen mitgebrachte Speisen wie Gurken und Tomaten untereinander zu teilen.

Tobias Haas motivierte die Gottesdienstgemeinde, sich mehr Zeit zu nehmen: „Ein guter Teig braucht genauso viel Zeit wie die Seele. Nehmt euch Zeit für die Familie und gebt auch die Ruhe, die es braucht.“ Danach teilten die Pfarrer und Seelsorger gemeinsam das Brot und einige Kinder aus den umliegenden Gemeinden durften die Fürbitten sprechen. Dabei brachten die Kinder verschiedene Zutaten fürs Brot, wie Getreide, Salz und Hefe mit und baten darum, jederzeit genug zu essen zu haben.

Im Anschluss verteilten die Gottesdienstleiter das Brot unter den Anwesenden. Dabei war festzustellen, dass alle im Gottesdienst anfingen untereinander zu teilen. Der Kinder- und Jugendchor Sankt Magnus aus Wernau begleitete den Gottesdienst und Rita Biste-Wessel, Seelsorgerin für Menschen mit Hörschädigung, übersetzte Wort und Gesang in die Gebärdensprache.

Nach dem Gottesdienst gab es ein Picknick. Kinder konnten Brötchen backen und sich mit alten und neuen Spielen beschäftigen. Die Kinderstiftung Esslingen-Nürtingen lieferte Popcorn und bot eine Kreidemalaktion an. Wer wollte, konnte sich an der Rallye durchs Museumsdorf beteiligen, bei der Tierfütterung dabei sein oder sich in die Welt der Märchen begeben.