Für ein gemeinschaftliches Aichtal

Am Gemeindeforum anlässlich der bevorstehenden Visitation nahmen knapp 100 Leute teil

Pfarrerin Christina Hirt und Pfarrerin Christine Walter-Bettinger als Gärtner beim Anspiel pm

10.11.2018

Am Gemeindeforum anlässlich der bevorstehenden Visitation nahmen knapp 100 Leute teil

„Wir wollen aufstehen, aufeinander zugehen, voneinander lernen, miteinander umzugehen“ – so wurde beim Gemeindeforum anlässlich der Visitation passend gesungen. Die beiden evangelischen Kirchengemeinden Aich-Neuenhaus und Grötzingen hatten Kirchenmitglieder, Mitarbeiter und Interessierte eingeladen, sich mit ihrer Meinung, ihren Ideen und Wünschen einzubringen.
Pfarrerin Christina Hirt und Pfarrerin Christine Walter-Bettinger als Gärtner beim Anspiel pm

AICHTAL (wim). Knapp 100 Personen hatten sich in der Grötzinger Kirche und im Gemeindehaus eingefunden. Markus Geiger moderierte den Abend und erklärte, was eine Visitation ist. Eine Visitation findet alle sechs Jahre statt und soll ein geschwisterlicher Besuchsdienst sein, aber auch eine Prüfung der Kirchengemeinden. Es soll dabei vor allem um eine Bestandsaufnahme gehen, die gemeinschaftlich geschieht, um von der Analyse aus miteinander in die Zukunft zu denken. Es sollten Synergien gefunden werden, um das gemeinsame Ziel weiter voranzutreiben.

Oder wie es das Anspiel von Pfarrerin Christina Hirt und Pfarrerin Christine Walter-Bettinger deutlich machte: „Dr Dekan guckt, wie die G’meinde-Bäum’ dastandat, und manchmol braucht’s au an Schnitt, damit wieder Licht nahkommt.“

Dieser Vergleich mit dem Baum zog sich durch die gesamte Veranstaltung. Neu bei dem Gemeindeforum war, dass sich beide Kirchengemeinden Aich-Neuenhaus und Grötzingen gemeinsam trafen. Zu merken war, dass es allen Beteiligten wichtig ist, dass Aichtal weiter zusammenwächst.

Moderator Geiger begrüßte die kirchlichen Ehrengäste Dekan Michael Waldmann, Schuldekanin Dorothee Moser und den Vorsitzenden der Bezirkssynode Nürtingen Dieter Oehler. Er erklärte, wie das Forum abläuft. Zunächst wird auf die Innendarstellung geschaut. In sechs Gruppen werden unterschiedliche Themen besprochen. Es werden Früchte gesammelt, also Dinge, die gut laufen. Knospen sollen die Hoffnungen darstellen und was sich entwickeln sollte. Grüne Blätter symbolisieren die Hilfsmittel, damit Wachstum stattfinden kann. Manchmal ist es auch so, dass man sich von etwas verabschieden muss. Dafür stehen die gelben Blätter. Im Winter ruht der Baum, deshalb steht die Schneeflocke für Dinge, die es mal gab, aber nicht mehr gibt.

Die Gruppen waren: „Kinder- und Familienarbeit“, „Jugend und Konfirmanden“, „Erwachsenenbildung sowie Frauen- und Männerarbeit“, „Senioren und Besuchsdienst“, „Diakonie und Hilfe für andere“ sowie „Musik und Chorarbeit“. Symbolisch wurde der Baum mit Blättern, Blüten und Früchten behängt, sodass der zu Beginn leere Baum in voller Farbenpracht dastand.Nach dieser Innenwahrnehmung folgte die Außenwahrnehmung, bei der vier Personen außerhalb der Kirche nach ihren Eindrücken befragt wurden. Jeder sollte eine Frucht mitbringen. Bürgermeister Lorenz Kruß war der Erste und brachte einen Apfel mit. Dieser stehe für Leben, Heimat, aber auch für die Vielfalt der Menschen. Er lobte das Engagement der Kirche und bedauerte, dass sehr viel ehrenamtliches Engagement im Hintergrund geleistet würde. Es dringe nur wenig nach außen. Er freute sich über die bisherige Zusammenarbeit und wünschte sich, dass man gemeinsam den Schritt von der Versorgungsgesellschaft hin zur Mitwirkungsgesellschaft schaffe. Für seinen Wunsch, dass Aichtal als eine Stadt gesehen werde, erntete er Applaus.

Die zweite Außenansicht lieferte Pastoralreferent Thomas Hermann von der Katholischen Kirche der Seelsorgeeinheit Neckar-Aich. Er brachte als Frucht einen Rumtopf mit. „Eine super Mischung aus verschiedenen Früchten ergibt einen Schatz“, begründete er seine Entscheidung. Er sieht die evangelische Kirche als Geschwisterkirche und freut sich über die vielen ökumenischen Aktionen wie die Sternsinger oder das Aufstellen eines gemeinsamen Wegzeichens. Moderator Geiger sagte dazu: „Im Aichtal lebt die Ökumene.“

Gemeinderat Gunter Schaal wurde als Vorstand des Vereins „Kinder- und jugendfreundliches Aichtal“ eingeladen. Er brachte drei Nüsse mit, für jeden Ortsteil eine, auch wenn er sich wünscht, dass diese zusammenwachsen, dürfe jeder seinen Kern behalten.

Der Geschäftsführer der Diakoniestation Aich-Erms-Neckartal, Christian Luedecke, brachte einen Granatapfel mit, der eine harte Schale und einen weichen Kern habe. Seinen Wunsch formulierte er so: „Ich schaue da hoch auf die Empore und sehe viele junge Leute. Wir brauchen sie als FSJler oder als Ehrenamtliche.“ Auch der Beruf der Kranken- und Altenpflege sei ein Beruf mit Zukunft.