Heiße Rhythmen zur Ehre Gottes

Pop-/Gospelchor der Evangelischen Kirchengemeinde begeisterte mit einem stimmungsvollen Konzert in der Eusebiuskirche

Der Pop-/Gospelchor unter der Leitung von Kantor Urs Bicheler Foto: Jenne

04.07.2019, Von Horst Jenne

Draußen herrschte eine brütende Hitze von 36 Grad. In der Wendlinger Eusebiuskirche waren die Temperaturen am Sonntagabend angenehmer. Aber der Pop-/Gospelchor der Evangelischen Kirchengemeinde heizte den zahlreichen Zuhörern mit heißen Rhythmen kräftig ein. Das beeindruckende Konzert kam bei Jung und Alt bestens an.


WENDLINGEN. Die Stimmung bei diesem Ohrenschmaus war hervorragend. Etliche Besucher standen auf, bewegten sich im Rhythmus der Musik und klatschten begeistert mit. Unter der Leitung des leidenschaftlichen Kantors Urs Bicheler gestalteten die 14 Sängerinnen und sieben Sänger die Geistliche Abendmusik. Der Chor und die Solistin Claudia Erlenbusch trugen die Songs zur Ehre Gottes mit viel Stimmgewalt und Enthusiasmus vor. Wenn man bedenkt, dass die Sänger erst seit Ende April einmal pro Woche probten, dann sind die Sangeskünste umso höher zu bewerten. Unterstützt wurden sie von vier Mädchen aus dem Jugendchor.

Gesungen wurden traditionelle sowie moderne Gospels und auch christliche Lieder deutscher Interpreten wie Andrea Adams-Frey und Albert Frey. Die Sänger überzeugten mit einem vielfältigen Repertoire und einer bestechenden Harmonie der vier Stimmen. Gefühlvoll vorgetragene Stücke wechselten sich mit swingenden Melodien ab. Die Texte waren tiefgehend und hoffnungsfroh, die Melodien reichten von leise bis laut, von ruhig bis fetzig.

Begleitet wurde der Chor von einer vierköpfigen Band, bestehend aus Saxofonist Markus Lange, Pianist Markus Zinnecker, Bassist Heiko Brüggemann und Schlagzeuger Thomas Theil. Das Quartett präsentierte sich als Einheit und imponierte mit den richtigen Tönen zur richtigen Zeit. Die Liturgie hielt Pfarrer Hans-Peter Moser. Er vermittelte durch seine anspruchsvollen Texte eine hoffnungsvolle Botschaft.

Das Motto des rundum gelungenen Abends war einem Psalmvers entliehen: „Singet dem Herrn ein neues Lied“. Die Stücke, gesungen aus dem neuen Liederbuch „Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder plus“, luden die Besucher zum Mitsingen und Zuhören ein. Sie wurden durch die große Vielseitigkeit der neuen Texte und Klangweisen auf eine unterhaltsame Reise mitgenommen.

Bei einem Teil der „musikalischen Abenteuer“ sang das Publikum mit

Das musikalische Abenteuer begann gleich mit einer schwungvollen Zugfahrt. Text und Musik von „This Train“ stammen von Tyndale Thomas, Ex-Mitglied der „Challengers“, Background-Sänger von Stevie Wonder und Gospel Choir Director des Royal Liverpool Philharmonic Orchestra. Der Wendlinger Chor trug den Ohrwurm mit viel Freude und Bewegung vor, sodass sich das Publikum wie in einem himmlischen Zug vorkam. Auch die Choreografie war stimmig. Im Text heißt es unter anderem: Dieser Zug, der immer auf dem richtigen Gleis fährt und zu Herrlichkeit aufsteigt, ist zum Lob verpflichtet und hält niemals an. Hole dir dein Ticket, es kostet nicht viel.

Gott wurde auch im Stück „Hallelujah, salvation and glory“ (Erlösung und Herrlichkeit) gepriesen. Sänger und Sängerinnen wechselten sich in diesem Loblied ab und sorgten so für einen wunderbaren Klangteppich. Anschließend waren Songs in Deutsch an der Reihe: „Schenke mir, Gott, ein hörendes Herz“ von Thomas Laubach, „Danke“ von Andrea Adams-Frey und „Kennt unser Denken“ von Hans-Jürgen Netz. Bei vier anderen Stücken aus dem neuen Liederbuch durften die Besucher mitsingen.

Zum Schluss folgte der Höhepunkt. Der Pop-/Gospelchor schmetterte das „Hallelujah! Christ is risen“ (Christus ist auferstanden) mit Inbrunst in den Kirchensaal. Der Gospel von Tore W. Aas, Gründer und Leiter des weltbekannten Oslo Gospel Choir, gehört zum Musical „Messiah“. Dieses 2017 aus der Taufe gehobene Werk ist eine moderne Variation von Händels grandiosem Oratorium „Messias“.

Beifallsstürme brandeten am Ende des Konzerts auf, sodass der Chor nicht um eine Zugabe herumkam. Nochmals erklang „This Train“. Die Zuhörer folgten bereitwillig der Einladung zur Zugfahrt und sangen aus Leibeskräften mit.