Neue Hospizbegleiter der Nürtinger AG Hospiz

„Sie begleiten die Menschen, die sich an der Schwelle befinden, wo sich Himmel und Erde berühren“.

11.11.2020 05:30

NÜRTINGEN (pm). Ein stimmungsvoller Einsetzungsgottesdienst in der katholischen St.-Johannes-Kirche war zugleich Schlusspunkt wie Neubeginn für die 13 frischgebackenen Hospizbegleiterinnen und -begleiter der Nürtinger AG Hospiz. Mit dem abendlichen Gottesdienst endete ihr Ausbildungskurs, der bereits im Januar gestartet war. Nun beginnt für die neuen ehrenamtlichen Sterbegleiter die praktische Arbeit.

Diakon Peter Seidl, der den Gottesdienst leitete, beschrieb diese Aufgabe so: „Sie begleiten die Menschen, die sich an der Schwelle befinden, wo sich Himmel und Erde berühren“. Der Vorsitzende der AG Hospiz, Jochen Schnizler, freute sich, dass das Ehrenamtsteam wieder Verstärkung bekomme; insbesondere darüber, dass diesmal auch vier Männer darunter seien: „Männer sind sonst eher selten unter den Sterbebegleitern“.

Als der Kurs im Januar losging, war dessen Abschluss noch vor den Sommerferien vorgesehen. Doch Corona machte einen Strich durch die Rechnung. „Ich war sehr froh, dass wir mit dem ersten Kursabschnitt bis März gerade durchgekommen waren“, betont Karen Renftle, hauptamtliche Einsatzleiterin der AG Hospiz und Leiterin des Ausbildungskurses: „Diese erste Phase ist sehr wichtig für die Gruppe, weil sie in dieser Zeit zusammenfindet und ein guter Boden bereitet wird.“ Denn die Teilnehmer im Alter zwischen 25 und fast 80 Jahren kommen aus sehr unterschiedlichen Lebenssituationen. Die neue Gruppe verstärkt das Team der AG Hospiz. Insgesamt sind nun 45 Sterbebegleiter einsatzbereit.

„Coronabedingt gab es in diesem Jahr bisher weniger Einsätze als sonst“, berichtet Renftle. So waren Begleitungen in Pflegeheimen zeitweise überhaupt nicht möglich. Auch in Privathaushalte seien sie seltener gerufen worden. „Wir sind aber sehr flexibel, wir können auch telefonisch oder sogar schriftlich begleiten“, so Renftle.