Ein „Best-of“-Konzert zum Jubiläum

Der Kirchenchor Schlaitdorf feierte sein 100-jähriges Bestehen

Der Kirchenchor Schlaitdorf beim Jubiläumskonzert in der St.-Wendelin-Kirche Foto: der

13.11.2018, Von Mara Sander

Weder dem Aussehen noch den Stimmen nach ist das Alter des Schlaitdorfer Kirchenchors zu erkennen, der in diesem Jahr 100. Geburtstag feiert. Wie gut die Stimmen klingen, war am Sonntag im Festkonzert in der St.-Wendelin-Kirche zu erleben.

SCHLAITDORF. Seit 100 Jahren stellen viele Menschen in Schlaitdorf ihre Stimmen in den Dienst Gottes und verkünden singend ihren Glauben. Die älteste Stimme tat vor 91 Jahren ihren ersten Schrei auf dieser Welt, und die jüngste Stimme ist noch keine 30 Jahre alt. Zusammen mit 31 anderen Sängern erfreuten sie am Sonntag im Jubiläumskirchenchor unter Leitung von Annegret Herrmann-Dachsel die Zuhörer mit einem vielseitigen Festkonzert. Zu dessen großem Erfolg trugen außerdem der befreundete St.-Ulrich-Chor aus Altenriet unter Leitung von Reinhild Burk, ein Streicherensemble und Organistin Stefanie Schmid bei.

„1918 war der Erste Weltkrieg gerade zu Ende, und die große Tafel mit den Namen der Gefallenen vor der Kirche berührte sehr. So viele Männer in einem so kleinen Ort“, machte Chorleiterin Annegret Herrmann-Dachsel die Zeit des Gründungsjahres bewusst. „Trotzdem oder gerade deshalb gründeten die Menschen diesen Chor. Man traf sich zum Singen und bat damit: Herr gib Frieden zu unserer Zeit“, nahm sie Bezug zum Eröffnungslied „Da pacem Domine“ von Melchior Franck.

Diese Bitte wurde dann 20 Jahre später erneut zum Hilferuf und hat auch heute noch Gültigkeit. Die Sängerinnen und Sänger machten das intensiv hörbar und ließen die Friedensbotschaft in vielen ihrer Lieder erklingen, wie dem bekannten Kanon „Dona nobis pacem“, bei dem die Zuhörer bewiesen, „dass sie alle in den Kirchenchor aufgenommen werden können“, so die Chorleiterin. Tatsächlich waren unten im Kirchenraum wie oben auf der Empore aussagekräftige Stimmen zu hören, die durchaus den Kirchenchor verstärken könnten.

Das Konzertprogramm war ein „Best of“ des bisherigen Repertoires mit großer Bandbreite, von „Verleih uns Frieden“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy über „Largo“ von Antonio Vivaldi bis zu „Ave Verum Corpus“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Besinnliche Texte zwischen den Liedern gaben Impulse zum Nachdenken.

Den zweiten Teil des Konzert gestaltete der Altenrieter Kirchenchor, bevor dann beide Chöre zusammen ein großartiges Finale anstimmten mit dem neuzeitlichen Abendlied „Der Abend kommt. Nun enden unsre Wege“ von Hans-Jürgen Hufeisen mit Text von Jörg Zink. Das wiederum ist nicht wörtlich zu nehmen, denn beide Chöre werden weiterhin ihren Weg gehen und Menschen mit ihren gesungenen Glaubensbotschaften erfreuen. Die Zugabe ohne vorherige gemeinsame Probe war überzeugender Beweis dafür, dass Musik verbindet und Gleichklang bringen kann, auch für die nächsten 100 Jahre und in Krisenzeiten.