„Ein stinknormales Baby!“

Evangelische Kirchengemeinde Wolfschlugen präsentierte das Musical „Simeon – eine unbekannte Weihnachtsgeschichte“

Die Musicalakteure begeisterten das Publikum mit der Aufführung des coolen und doch so berührenden Weihnachtsmusicals. Foto: Ehehalt

17.12.2018, Von Gerlinde Ehehalt

Evangelische Kirchengemeinde Wolfschlugen präsentierte das Musical „Simeon – eine unbekannte Weihnachtsgeschichte“

47 Kinder im Alter von fünf bis 13 Jahren sangen und spielten sich mit dem Musical „Simeon – eine unbekannte Weihnachtsgeschichte“ mit berührenden Liedern und erfrischenden Darstellungen an den zwei Vorführungstagen am Wochenende in die Herzen der zahlreichen Zuschauer in der Turn- und Festhalle.

WOLFSCHLUGEN. Gemeinsam mit einer Live-Band und der Dirigentin Tabea Bauer gelang es den über 30 Mitarbeitern, mit diesem Projekt bereits eine Woche vor dem Heiligen Abend ganz viel zauberhafte Weihnachtsstimmung zu verbreiten. Die kleinen und großen Akteure probten bereits seit Oktober für das Musicalprojekt.

Die Bühne der Turn- und Festhalle war in warmes gelb-orangenes Licht getaucht, als die Kinder mit klaren Stimmen das erste Lied „Der Himmel kommt zu uns auf diese Welt“ anstimmten und danach mit abwechselnden Text- und Gesangsbeiträgen die Geschichte von Simeon erzählten und darstellten.

Kaum jemand kennt diesen alten Mann aus Jerusalem, obwohl er genauso zur Weihnachtsgeschichte gehört wie Maria und Josef, die Hirten, die Engel oder die Weisen aus dem Morgenland. Simeon glaubte fest daran, dass er den versprochenen Messias einmal persönlich sehen wird. Dies wurde ihm vom Heiligen Geist vorausgesagt.

Simeon hoffte auf einen König, wie einst David einer gewesen war, der dem Namen Gottes wieder Ehre machen würde und nicht wie Herodes ein dunkles und hartes Herz hatte. „Warten, weiter warten, hoffen, weiter hoffen, nein ich gebe nie, ich gebe niemals auf“, sangen die Kinder mit Hingabe und Begeisterung.

Texte und Musik des Musicals sind cool und humorvoll auf Kinder und Jugendliche abgestimmt worden. Ein Nikolaus, der eigentlich gar nicht zur Geschichte gehört, spazierte durch die Szenen und verteilte Fröhlichkeit und Geschenke.

Ein Mädchen berichtete von einer „maßlos übertriebenen Story“, die ihr von Hirten in Bethlehem erzählt worden sei: „Sie haben von megavielen Engeln fantasiert, sind einem hellen Stern gefolgt und fanden in einer Krippe das Christuskind. Ist ja abgefahren, Gottes Sohn ist ein stinknormales Baby!“

Auch Simeon begegnete im Tempel Maria und Josef mit dem Jesuskind. Und sah mehr als andere, blickte tiefer, fühlte die besondere Dimension dieser Begegnung.

Die Kinder sangen vom „Wunder von Weihnachten“

„Er hat ganz genau hingesehen. Die meisten erblickten in Maria und Josef und dem Kind eine Familie wie viele andere es auch sind“, sagte Pfarrerin Verena Reinmüller und zeigte den Zuschauern ein Foto, auf dem sowohl ein Hase als auch eine Ente zu erkennen waren. Nur wenige Besucher konnten auf Anhieb beide Tiere in der Zeichnung erkennen. Simeon habe erkannt, dass es sich bei Jesus um ein besonderes Kind handelte. „Er glaubte, dass ihm dies von Gott gezeigt wurde“, so Reinmüller. Simeon meinte, dass in der Begegnung mit dem kleinen Jesus sich für ihn die Weissagung des Heiligen Geistes erfüllt habe und er nun in Frieden seinen Weg fortsetzen könne.

„Der Retter ist da, er ist endlich da, es ist wirklich wahr – Halleluja“, jubilierten die Kinder und sangen mit hellen Stimmen: „Das Wunder von Weihnachten ist so viel größer, ist so viel mehr!“

„Weihnachten ist ein großes Geheimnis“, freute sich Pfarrerin Reinmüller. „Gott hilft uns zu erkennen, dass er immer für uns da ist. Dafür braucht man Zeit und einen besonderen Blickwinkel“, lächelte sie, lobte die Kinder am Schluss der Vorführung für die perfekten Auftritte und lud zum fröhlichen gemeinsamen Hotdog-Essen ein.