Diakonie heißt Begleiten

Die Bezirkssynode der Evangelischen Kirche tagte am Freitag in der Reuderner Friedenskirche – Acht Diakone vorgestellt

Monika Petsch, Thomas Volle, Bärbel Greiler-Unrath, Jochen Rohde, Evi Handke, Karl-Heinz Bühler, Sandra Scherer und Rainer Duda (von links) sind die neuen Diakone im Kirchenbezirk Nürtingen. Sie freuen sich mit Dekan Michael Waldmann (Dritter von links) Foto: Krytzner

 20.11.2018, Von Thomas Krytzner


Die Bezirkssynode im Kirchenbezirk Nürtingen trifft sich einmal im Jahr zur Sitzung. Während dieser werden verschiedene Themen bearbeitet und Beschlüsse verabschiedet oder etwa der Rechnungsabschluss des vergangenen Jahres vorgestellt. In diesem Jahr war alles ein bisschen anders. Ein schön gestalteter Gottesdienst eröffnete die diesjährige Bezirkssynode.

NT-REUDERN. Die Friedenskirche Reudern war am Freitag Gastgeber für die Kirchenvertreter im Nürtinger Bezirk. Weil am Kirchturm derzeit Bauarbeiten stattfinden, erklangen zwar keine Glocken zum Beginn des Gottesdienstes, die Eröffnung war aber nicht weniger feierlich. Denn: Eine Band der jungen Kirche Nova umrahmte die gemeinsame Feier musikalisch schwungvoll.

Pfarrerin Kornelia Stysch freute sich bei der Begrüßung, nebst den Synodalteilnehmern auch die acht neuen Diakone im Kirchenbezirk willkommen zu heißen. Dekan Michael Waldmann sprach den neuen Kirchendienern Mut und Zuversicht zu. „Wer aus dem Glauben an Jesus Christus leben kann, kann das, weil Jesus ihn erwählt hat.“ Die Arbeit in der Diakonie sei erbauend und erleichternd aber zum Teil auch eine Zumutung.

„Niemand will schwach und unvollkommen sein“, betonte der Dekan bei der Vorstellung. Er motivierte die neuen Mitarbeiter. „Selbstzweifel sind unnötig. Der Weg Gottes ist bestimmt.“ Waldmann ermunterte die Diakone, hinaus in die Welt zu gehen. „Diakonie heißt nicht nur Gottesdienste in der Kirche zu feiern, sondern auch zu den Kindern in die Schulen zu gehen.“ Seit September sind die neuen Mitarbeiter im Amt und sie stellten sich am Freitag der Bezirkssynode mit verschiedenen Symbolen vor.

Rainer Duda, Jochen Rohde, Sandra Scherer und Thomas Volle bilden eine Gruppe und sind im Kompetenzzentrum Jugendwerk angestellt. Bärbel Greiler-Unrath, Evi Handke, Monika Petsch und Karl-Heinz Bühler kümmern sich um die weiteren diakonischen Felder. Dekan Michael Waldmann spendete den jüngsten Kirchendienern den Segen. Mit „One of us“ von Joan Osborne beendeten die Musiker der „Nova Band to go“ den Gottesdienst.

Kirche für Junge fördern

Der Bezirkssynode liegt viel daran, junge Menschen in die Kirche zu holen. Das Projekt „Junge Kirche Nürtingen“ wurde gestartet, um mit verschiedenen Aktivitäten den Weg für junge Menschen zum Gotteswort zu vereinfachen. Mittlerweile trägt das innovative Projekt den Namen Nova. Der Name kommt nicht von ungefähr und bedeutet „neu“. Es ist das Bestreben der Kirchenverantwortlichen, Kirche neu zu denken, zu leben und auszufüllen. Gerne wird da auf die Supernova verwiesen, mit der alles den Anfang nahm.

Die junge Kirche will aber vor allem die christliche Jugendarbeit vorantreiben und den Glauben in der Gesellschaft leben. So gibt es monatlich sonntags um 18 Uhr einen Gottesdienst in der Versöhnungskirche. Aber auch Festivals und Konzerte sollen die jungen Menschen in die Kirche bringen. Workshops mit Schulklassen ergänzen das Angebot und für begabte Musiker gibt es zwei Bands. Seit dem Sommer 2018 hat der Kirchenbezirk den Dienstauftrag der Jungen Kirche mit 50 Prozent festgelegt. Bezirksjugendpfarrer Markus Frank unterstützt dabei als Verbindungsglied zu den Kirchgemeinden vor Ort.

Noch steht die Junge Kirche vor Herausforderungen, kann sich aber der Unterstützung durch die Bezirkssynode sicher sein. So soll der Kirchraum der Versöhnungskirche renoviert werden. Die Kirchgemeinden sollen in die Junge Kirche eingeladen werden. Dazu benötigt man aber Fahrdienste oder Mitfahrgelegenheiten.

Ebenso machte sich die Versammlung Gedanken über die Gesamtstruktur der Jungen Kirche. Dafür wurden nun Innovationsmittel von knapp über 100 000 Euro über vier Jahre verteilt beschlossen. Die Abwicklung erfolgt in den Haushaltsplänen von Bezirk und Gemeinden im Jahr 2020.