Fortschritte auf Baustelle Johannesforum-Baustelle in Wendlingen – Verteuerungen bereiten Sorgen

Die Fortschritte auf der Baustelle des Johannesforums in der Stadtmitte sind unübersehbar – Aber Verteuerungen bereiten Sorgen

Das Johannesforum wächst in die Höhe: Das EG und seine Decke sind im Rohbau fertig, große Teile des zweiten Stockwerks sind in Arbeit. Foto: Holzwarth

Pfarrer Peter Brändle (rechts) im Gespräch mit Hans-Goerg Class (links daneben, zweiter Vorsitzender des Kirchengemeinderats), Projektleiterin Maren Ritter und Bauleiter Peter Wild. Foto: Kiedaisch

19.03.2021 05:30, Von Gaby Kiedaisch

Langsam, aber sicher wächst das Johannesforum in die Höhe. Obwohl die Baustelle während des Schnee- und Kälteeinbruchs für einige Zeit stillgestanden hat, ist der Neubau des Johannesforums nicht in Verzug geraten.

WENDLINGEN. Auf der Baustelle in der Stadtmitte sind die Fortschritte unübersehbar: kurz nach der Grundsteinlegung vor Weihnachten ging die Baustelle in den Winterurlaub. Seit etwa Mitte Januar wächst das Gebäude in die Höhe. Zügig ist das Erdgeschoss mit Decke entstanden. In weiten Teilen des zweiten Stockwerks sind die Innen- und Außenwände fertiggestellt. Und das, obwohl die Bauarbeiten eine Woche wegen Schnee und Eis zum Erliegen kamen. „In dieser Zeit weiterzuarbeiten, war einfach zu gefährlich“, sagt Maren Ritter, die Projektleiterin von Drei Architekten aus Stuttgart. „Da haben wir noch Glück gehabt, woanders mussten wir die Baustelle vier Wochen einstellen.“ Für das Betonieren vor Ort sind Plusgrade erforderlich, damit der Beton in der Verschalung ordentlich aushärten kann. Weil das Architekturbüro, das 2015 den Wettbewerb für das Johannesforum gewonnen hatte, schon von vorneherein einen zeitlichen Puffer eingeplant hat, ist das Bauprojekt dadurch auch nicht in Verzug gekommen.

Inzwischen sind schon die hohen Wände im Gemeindesaal betoniert. Der Gemeindesaal ist das Herzstück des Forums der Evangelischen Kirchengemeinde. Seine Höhe reicht über zwei Stockwerke und ist mit einer schrägen Decke mit Oberlichtern abgeschlossen, die mit Ortbeton gegossen wird. Sowohl über diese Oberlichter unten im Saal als auch von der Galerie im zweiten Stock ist der alte Kirchturm der ehemaligen Johanneskirche gut zu sehen. Der Gemeindesaal wurde von den Architekten so angeordnet, dass er sich zur Stadt hin mit hohen Fenstern öffnet, eine Art Schaufenster, durch das der Blick auf den noch zu gestaltenden Platz mit Bäumen und Sitzgelegenheiten sowie einer Parkfläche fällt.

Von der Albstraße aus gesehen nimmt der Beobachter zwei unterschiedlich hohe Gebäudeteile wahr, wobei der Gebäudeteil der Kirchengemeinde einen Rücksprung macht. Direkt dort erschließt sich das Johannesforum durch einen gemeinsamen Haupteingang von Kirchengemeinde und Bruderhaus-Diakonie. Mit dem Johannesforum wird der städtebauliche Endpunkt im Zuge der noch zu sanierenden Albstraße gesetzt.

Auf Wunsch der Kirchengemeinde wurden Foyer und Gemeindesaal so konzipiert, dass die beide ansonsten getrennten Einheiten bei größeren Festivitäten wie dem Gemeindefest als ein Raum genutzt werden können.

Im Foyer, wo jetzt noch Stützen die Schalung absichern, fällt sofort die skulpturale Treppe mit einem halbrunden Podest auf, die in die Obergeschosse führt. Mit ihrer freischwebenden Konstruktion und noch ohne Dach erinnert sie Hans-Georg Class scherzhaft an eine „Stairway to Heaven“, nach dem Led-Zeppelin-Song.

Im Erdgeschoss des Gebäudeteils der Bruderhaus-Diakonie befindet sich die Tageseinrichtung. Dieser Bereich wird teils mit Beton-, teils mit Trockenbauwänden ausgeführt. Doch so weit ist man noch nicht. Denn am 23. April soll erst einmal der Abschluss des Rohbaus mit einem Richtfest begangen werden. Zum Bauverlauf äußert sich Pfarrer Peter Brändle „sehr zufrieden“. Mit dem Architekten-Büro Wild vor Ort, das mit Peter Wild die Bauleitung übernommen hat, könne vieles direkt und schnell abgeklärt werden. Sorgen bereitet ihm jedoch die Kostenentwicklung auf dem Bau. „Die aktuelle Marktsituation verteuert manches deutlich“, sagt Brändle, das habe man so nicht erwartet. Das bedeutet, dass die Kirchengemeinde mehr Geldmittel für den Neubau akquirieren muss. Mit Mehrkosten von 80 000 Euro muss die Gemeinde beim Naturstein an der Außenfassade rechnen. Der dafür vorgesehene Tuffstein als Reminiszenz an die alte Kirche reicht dafür nicht aus, neuer muss zugekauft werden. Das verteuert die Sache. Mit der Bruderhaus-Diakonie habe man sich geeinigt, dass man trotz höherer Kosten beim Tuffstein bleiben wolle.

Auch Corona habe einiges verteuert, weil Lieferketten nicht mehr funktionieren und auf teureres Material ausgewichen werden muss. Für die Ausschreibungen einiger Gewerke mussten deshalb höhere Preise einkalkuliert werden. Brändles Hoffnungen ruhen deshalb auf Spendern, die sich großzügig zeigen. Denn die Kostenerhöhung übernehme jetzt nicht einfach der Oberkirchenrat in Stuttgart. „Da sind wir auf uns und Spender angewiesen.“

Weitere Infos und Fotos: www.evk-wendlingen-neckar.de; Spendenkonto: Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, IBAN DE16 6115 0020 0048 9009 42.