Eine kleine, sehr lebendige Gemeinschaft

Die evangelische Kirchengemeinde Zizishausen zeichnet eine große Vielfalt aus

Rebekka Elwert ist seit September Pfarrerin in Zizishausen. Foto: zog

Bei der evangelischen Kirchengemeinde in Zizishausen ist eigentlich immer etwas los. Jung und Alt, Kinder und Familie, Männer und Frauen – für jeden findet sich im breit gefächerten Angebot etwas Passendes. So viel, dass die frischgebackene Zizishäuser Pfarrerin Rebekka Elwert noch gar nicht alles kennenlernen konnte.

Fühlt sich schon zuhause

Seit Anfang September erst brennt im Pfarramt in der Panoramastraße wieder Licht. Zusammen mit ihrem Mann ist die junge Seelsorgerin hier eingezogen und erkundet nun ihre neue Pfarrstelle Schritt für Schritt und mit großer Neugierde.

Angefangen von den vielen Angeboten wie dem Gospelchor oder dem Ständerling-Team bis hin zu den unterschiedlichen Gesprächskreisen und Gruppen. „Wir sind hier so freundlich willkommen geheißen worden“, fühlt sich die 30-Jährige schon jetzt ganz heimelig im Nürtinger Ortsteil.

Dabei startet die Pfarrerin wegen der aktuellen Bestimmungen zur Corona- Situation unter erschwerten Bedingungen in ihre neue Aufgabe, die zugleich ihre erste Pfarrstelle überhaupt ist. Erst im Juli feierte die Köngenerin nach ihrem Vikariat in Esslingen ihre Ordination. „Im Moment kann vieles nur sehr eingeschränkt stattfinden, deshalb habe ich auch noch nicht alle Gruppen besuchen können“, bedauert sie.

Gottesdienst live im Internet

Doch die Gemeinde hat sich mit den Gegebenheiten gut arrangiert. Da die Christuskirche klein ist und derzeit nur 26 Sitzplätze bietet, wird der Gottesdienst live via Youtube bereits seit dem Lockdown im März im Internet übertragen. „Und ich habe auch schon die Rückmeldung bekommen, dass viele, die sonst in die Kirche gekommen sind, die Gottesdienste nun von zu Hause aus mitverfolgen“, berichtet Rebekka Elwert. Wer nicht auf der Videoplattform dabei sein kann, hat zudem die Möglichkeit, sich die Aufzeichnung später auf der Homepage der Kirchengemeinde anzuschauen. Für die Konfirmanden wird es kurzes Konfi-Jahr, da Ostern 2021 sehr früh ist. Erst im September startete der Jahrgang in die Vorbereitung auf das festliche Ereignis. Missen sollen die angehenden Konfirmanden dennoch nichts, betont Rebekka Elwert: „Gerade haben wir zusammen die Christuskirche erkundet“, berichtet die Pfarrerin.

Für die anderen Räume und die Gruppenarbeit hat die Kirchengemeinde ein umfassendes Hygienekonzept ausgearbeitet. Teilweise werden die Gruppen geteilt, manchmal treffen sich die Teilnehmer auch draußen. „Im Sommer war das ja gut möglich“, sagt die Pfarrerin.

Viele Engagierte

In der Gemeinde laufe vieles in Eigenregie: „Wir haben viele Ehrenamtliche, die sehr engagiert sind“, freut sich Rebekka Elwert über viel Eigeninitiative aus den Reihen der Gemeindemitglieder. Da sie nur eine 50-Prozent-Stelle hat, ist die Seelsorgerin auf solch tatkräftige Unterstützung auch angewiesen.

Vieles macht die rund 1000 Mitglieder starke Gemeinde im engen Schulterschluss mit der Nachbargemeinde Oberensingen-Hardt. Zusammen werden die beiden Gemeinden 2021 zum Beispiel den Weltgebetstag feiern. Und auch in der ökumenischen Arbeit kooperieren die Zizishäuser mit den Nachbarn. „Wir wachsen zusammen“, sagt die Seelsorgerin. Für die Zizishäuser schließt sich damit sozusagen der Kreis: Erst seit 1957 ist die Gemeinde eigenständig, bis dahin war der kleine Ort stets eine Filialgemeinde von Oberensingen. „Es ist ein schönes Erbe, das ich hier antreten darf“, zeigt sich Rebekka Elwert glücklich, als erste Pfarrstelle in eine solch lebendige und engagierte Gemeinde zu kommen.

Wenig persönlicher Kontakt

Gerne nur würde sie noch mehr Gemeindeglieder persönlich kennenlernen und wieder Hausbesuche machen können. Damit, sagt sie, halte sie sich aber derzeit wegen der Corona-Situation bewusst zurück.

So gratuliert sie zu den Geburtstagen derzeit nur kurz an der Tür mit dem nötigen Abstand, statt wie sonst auf einen Plausch mit reinzukommen. Oder greift auch öfter mal zum Telefonhörer.

Nur bei Beerdigungen macht die junge Seelsorgerin eine Ausnahme: „Das kann man nicht am Telefon machen“, legt sie Wert auf das Persönliche bei der Vorbereitung.

Nicole Mohn